StartDGV-Seniorinnen: Rückenwind holen in Rhein-Main

DGV-Seniorinnen: Rückenwind holen in Rhein-Main

Das deutsche Nationalteam der Seniorinnen will im September in Bulgarien den EM-Titel gewinnen. Einen Lehrgang in Neuhof und auf dem Rosenhof bestimmten Teambuilding und Linksgolf.

Seniorinnen Golf Nationalteam 2026
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Für Britta Schneider war es einmal mehr ein Heimspiel. Im Golf-Club Neuhof empfing sie am vergangenen Wochenende ihre Mitspielerinnen aus dem deutschen Nationalteam der Seniorinnen sowie Kapitänin Patsy Stoehr für einen Vorbereitungslehrgang auf die Team-Europameisterschaft im September. Schwerpunkt: Teambuilding und Linksgolf. Immerhin findet die EM zum wiederholten Mal in BlackSeaRama in Bulgarien statt, auf einem meist windumtosten Linksplatz von Golflegende Gary Player.

Drei Tage mit Mental Performance Coach Justin Walsh

Neben Trainer Philip Drewes begleitete auch drei Tage lang Mental Performance Coach Justin Walsh das Trainingslager des Nationalteams. „Das haben sich die Spielerinnen nach der letzten EM gewünscht“, sagt Patsy Stoehr. Das Turnier im vergangenen Jahr beendeten die Deutschen auf dem fünften Rang. In der Zählspielqualifikation hatten sie noch Maßstäbe gesetzt, im Matchplay dann aber das Nachsehen. Das soll in diesem Jahr nicht noch einmal passieren.

„Wenn wir unsere EMs gewonnen haben, dann lag es daran, weil wir ein super Team waren und nicht daran, dass die anderen schlechter Golf gespielt hätten“, sagt Britta Schneider. Deshalb sei es toll gewesen, dass sie mit Justin Walsh nun gezielt daran gearbeitet haben, was ein gutes Team ausmacht. „Jeder muss in sich reinhören und vielleicht auch ein bisschen offener werden“, erklärt Schneider. Für sie persönlich sei das eine spannende Reise, in der aber auch ein großer Nutzen für das ganze Team stecke. „Körperlich ist bei uns schließlich nicht mehr viel rauszuholen“, sagt die 62-Jährige und lacht.

Super Übungsanlage, großartiger Kurzplatz

Dass die Wahl für den Lehrgang erneut auf den Golf-Club Neuhof fiel, liegt laut Kapitänin Stoehr nicht allein an der zentralen Lage: „Für unseren Lehrgang ist der Club perfekt geeignet, weil es eine super Übungsanlage gibt und einen großartigen Kurzplatz.“ Außerdem sei der Club wahnsinnig gastfreundlich, und mit Britta Schneider gebe es ja auch eine direkte Verbindung in den Club.

Am Samstagnachmittag fuhren die DGV-Seniorinnen dann in den nahen Golfpark Rosenhof, um sich dort einen kleinen Vorgeschmack zu holen auf den EM-Platz. „Wir hatten das Glück, dass es vor Ort windig war, womit wir auch in BlackSeaRama rechnen müssen“, sagt Kapitänin Stoehr. Die Plätze, auf denen in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft und die IAM – die beiden Qualifikationsturniere für den EM-Kader – stattfinden, entsprächen nicht diesem Golfplatztyp.

Britta Schneider hofft, einmal mehr zu den sechs Spielerinnen zu gehören, die für Deutschland um den Titel spielen. Zweimal hat sie mit dem deutschen Team bereits Gold geholt, war Deutsche Meisterin der Seniorinnen, Deutsche Mannschaftsmeisterin der AK30 und AK50 und hat bis vor nicht allzu langer Zeit noch für den Golf-Club Neuhof in der Deutschen Golf Liga gespielt.

Andere Ernsthaftigkeit beim Nationalteam

„Ein Vergleich zwischen DGL-Mannschaft und EM-Team ist sehr schwer“, sagt sie. Allein schon aus Altergründen. Im Neuhöfer DGL-Team hätte es drei Generationen gegeben, was eher untypisch sei. Die Interessen und Prioritäten seien entsprechend total unterschiedlich gewesen. „Es sind viele junge und wirklich gute Spielerinnen, die teilweise noch reinwachsen müssen“, so Schneider. „Beim Nationalteam herrscht eine andere Ernsthaftigkeit, was aber auch völlig normal ist.“

Die Lehrgänge wie nun im Golf-Club Neuhof seien immer intensiv und es herrsche ein sehr offener, vertrauter Umgang. Bei der EM wird das Team eine ganze Woche zusammen sein. „Da muss jede ihren persönlichen Teil beitragen, damit das funktioniert“, weiß Schneider. Das habe erst mal gar nichts mit dem Golfen zu tun. „Wenn das Menschliche passt, kommt da vielleicht am Ende auch eine Goldmedaille raus“, hofft Schneider. Jede im Team wisse um ihre Verantwortung.

Britta Schneider ist im Vierer multikompatibel. „Ich mag alle und kann mit allen offen reden“, betont sie. „Es kommt nicht darauf an, ob eine den Ball länger hauen kann. Es muss harmonisch sein, das ist mir wichtig.“ Sie brauche eine Partnerin, die sie so nehme, wie sie sei. „Ich denke laut, meine es aber nicht böse.“ Es braucht eine, die sage: Das machen wir jetzt. Es dürfe keinen Kampf um die Rollen geben. Die Pläne auf dem Platz und in der Strategie müssten passen.

Patsy Stoehr will noch einmal mit Medaille zum Verbandstag

Auch Kapitänin Patsy Stoehr macht keinen Hehl daraus, wie sie sich die EM vorstellt: „Natürlich haben wir immer das Ziel, Gold zu gewinnen. Das ist auch nicht utopisch, denn wir haben die Möglichkeiten dafür und das motiviert uns.“ Sie wolle immer gewinnen, komme aber lieber von hinten aus der Deckung, schließlich könnten auch die anderen super Golf spielen. „Wenn wir uns bei einer EM gut qualifiziert haben, war das manchmal sogar eher ein Problem als ein Vorteil, weil damit die Erwartungen steigen“, berichtet Stoehr. Beim ersten EM-Titel 2009 sei das deutsche Team nur Achte der Zählspiel-Qualifikation gewesen.

Für Patsy Stoehr wird 2026 das letzte Jahr als Kapitänin sein. „Zu gerne würde ich im kommenden Jahr nochmal zum DGV-Verbandstag eingeladen werden“, sagt sie. „Da kommen nämlich alle, die eine Medaille gewonnen haben.“

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