StartArtikelTheresa de Bochdanovits: Mit einem Klick zum Pro

Theresa de Bochdanovits: Mit einem Klick zum Pro

Erfolgreiche Saison, enttäuschende Q-School: Mit dem Ziel LET geht Würzburgs Theresa de Bochdanovits in ihre erste Saison als Tourspielerin.

Theresa de Bochdanovits, Tourspielerin auf der LETAS
Anzeige

Unspektakulärer hätte der Wechsel vom Amateur- ins Profilager kaum sein können. Kein Zeremoniell, kein großes Willkommen, nur ein Klick in der Clubverwaltungssoftware und Theresa de Bochdanovits hatte kurz vor dem Jahreswechsel den für sie so bedeutenden Schritt gemacht. Die amtierende offene Bayerische Meisterin aus dem Golf Club Würzburg steht nun kurz vor ihrer ersten Saison als Tourspielerin. Wenige Wochen bleiben ihr noch, um mit ihrem Trainer Julien Froidefond am letzten Feinschliff zu arbeiten. Dann geht es für sie nach Südafrika. „Ich werde fast den gesamten März dort sein und vier Turniere der Ladies Sunshine Tour spielen, bevor im April in Marokko die LETAS-Saison beginnt“, berichtet de Bochdanovits.

„Leider nicht das beste Golf mit nach Marokko gebracht“

Marokko, ausgerechnet dort, wo für die Würzburgerin die letzte Saison als Amateurin zu Ende ging – mit einem eher enttäuschenden Abschneiden bei der Qualifying School der Ladies European Tour. „Ich habe es leider nicht geschafft, mein bestes Golf mit nach Marokko zu bringen“, sagt de Bochdanovits. Vier Schläge zu viel hatte sie in den drei Runden des Pre-Qualifying gesammelt, um sich für das Finale mit fünf weiteren Runden zu qualifizieren. „Drei Schläge habe ich allein auf den letzten drei Löchern verloren, als sich meine Nerven verabschiedet haben“, ärgert sie sich noch immer. Julien Froidefond, der seine Spielerin als Caddie begleitete, sagt: „Es war das bittere Ende eines erfolgreichen Jahres.“

Eine Spielberechtigung – selbst eine kleine – für die Ladies European Tour (LET) blieb Theresa de Bochdanovits damit noch verwehrt. Über die Access Series (LETAS) nimmt sie nun Anlauf für einen Platz in Europas höchster Spielklasse. Die sieben besten Spielerinnen der LETAS-Saison erhalten direkt eine LET-Karte. Die Plätze acht bis 32 bringen immerhin einen Startplatz für die Finale Stage der LET-Qualifying School – und damit bereits eine kleine LET-Kategorie für das Folgejahr. 20 Events zählt die LETAS-Saison, darunter die German Ladies Challenge powered by VcG. Die Preisgelder pro Tourstop liegen zwischen 40.000 und 100.000 Euro.

Julien Froidefond: „Sie ist deutlich abgezockter geworden“

Theresa de Bochdanovits und ihr Trainer Julien Froidefond gehen die Debütsaison auf der Tour zuversichtlich an. „Mein letztes Jahr als Amateurin war mega cool und hat mir viele wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse geliefert“, sagt die Neu-Tourspielerin. Ein Platz unter den Top 60 bei der Europameisterschaft, Deutsche Vizemeisterin im Matchplay, Bayerische Meisterin und Platz drei bei der IAM in Frankreich sind Ergebnisse, die Trainer und Spielerin vor der Saison sofort unterschrieben hätten. „Theresa ist deutlich routinierter und abgezockter geworden“, sagt Julien Froidefond. Geholfen habe ihr auch ein Längengewinn von 25 Metern mit dem Driver – Ergebnis von hartem Training in den vergangenen Off-Season.

Wichtig für eine Tourkarriere ist, sich mit dem ständigen Reisen und Spielen nicht nur wohlzufühlen, sondern darin aufzugehen. „Den Lifestyle einer Tourspielerin konnte ich im vergangenen Jahr schon einmal testen und ich habe ihn sehr genossen“, sagt de Bochdanovits. Ihr Management übernimmt Vater Alessandro de Bochdanovits. Mit der Radiologie vor Ort hat die Würzburgerin einen ersten Sponsoren an ihrer Seite; Gespräche mit weiteren laufen. Auch Würzburgs Clubpräsident Bernhard May betont: „Wir als Club unterstützen Theresa bei ihrem ambitionierten Weg, wo wir können.“

An eine Sache hat sich Tourspielerin Theresa de Bochdanovits indes noch nicht ganz gewöhnt. „Als ich kürzlich in PC Caddie eine Startzeit gebucht habe, stand vor meinem Namen PRO“, erzählt sie. „Das fühlt sich noch immer etwas surreal an.“

Anzeige
Anzeige

Angebote aus den Golfclubs