StartArtikel12 x 7 = Platzrekord pulverisiert

12 x 7 = Platzrekord pulverisiert

Nach dem Aufstieg in die Erste Bundesliga hat das Herren-Team des Golf-Club Main-Taunus das nächste Kunststück vollbracht: Nur mit 7er-Eisen pulverisierten die Wiesbadener ihren Platzrekord.

Scrambling Golf-Club Main-Taunus Platzrekord
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Wer einen Max Schad hat, braucht keinen Driver. Der 36-Jährige aus dem Herren-Team des Golf-Club Main-Taunus drischt so erbarmungslos auf seinen Golfball ein, dass er selbst mit einem 7er-Eisen noch bis zu 215 Meter Länge erreicht. Insofern war Schad am vergangenen Sonntag ein äußerst gefragter Mann, als er und seine Teamkameraden in einem 12er-Scramble versuchten, den heimischen Platzrekord von 63 Schlägen zu knacken – allein mit Hilfe ihrer 7er-Eisen. So viel sei verraten: Die Erstliga-Aufsteiger stellten den Rekord nicht ein, sie unterboten ihn nicht, sie pulverisierten ihn förmlich.

Main-Taunus-Team sorgt mit Events für Aufsehen

Rund 40 Mitglieder und Unterstützer des Teams verfolgten das tollkühne Experiment hautnah und begleiteten die Spieler bei angenehmem Spätsommerwetter auf ihrer 18-Loch-Runde. Im vergangenen Jahr war es den Wiesbadenern bereits gelungen, in einem Team-Scramble – mit allen verfügbaren Schlägern – eine 50er-Runde zu spielen, also 22 Schläge unter Par. Mit Events dieser Art sorgt das Team um Kapitän Martin Stoll für Aufsehen.Nicht nur im eigenen Club, sondern auch darüber hinaus. „Wir suchen darüber den Kontakt und Austausch mit unseren Mitgliedern, weil wir uns nicht als Elite sehen, sondern als Teil dieses tollen Clubs“, betont Stoll.

Das neuerliche Ziel, allein mit 7er-Eisen den Platzrekord zu brechen, entstand einmal mehr auf der Delkenheimer Clubhausterrasse. „Die große Unbekannte im Vorfeld war für uns das Putten mit den Eisen“, erklärt Stoll, nachdem am Sonntag die Hälfte der Bahnen gespielt ist. Die Sorge sei allerdings unbegründet gewesen. „Wir liegen jetzt schon acht unter Par und haben unser Ziel auf 59 angepasst.“

Es gilt: Voll drauf – und dann improvisieren

Zwölf bis 13 Abschläge steuert Longhitter Max Schad an diesem Tag bei. Viele Grüns erreichen die Main-Taunus-Männer dadurch „in Regulation“. Auf den Par-5-Bahnen wird nicht taktiert à la: Wir legen uns den Ball für den dritten Schlag auf die perfekte 7er-Eisen-Distanz vor. „Darüber haben wir vorher diskutiert“, erklärt Golflehrer Richard Waring, der mit von der Partie ist. „Aber niemand von den Zuschauern will doch sehen, wie wir den Ball auf dem Fairway aus strategischen Gründen 100 Meter nach vorne stupsen.“ Stattdessen gilt: Voll drauf. Umso spannender ist es anschließend zu sehen, mit welchen Flugkurven die Erstliga-Spieler Distanzen wie 90, 50 oder 30 Meter mit einem 7er-Eisen überbrücken.

Bei derlei Improvisation bleibt auch ein Socket – kann passieren, Frederik Voß – nicht aus. Dieser und andere Schläge, die so gar nichts mit dem Ziel zu tun haben, quittieren die Mitspieler mit Gelächter. Doch statt Hohn ist es vielmehr Heiterkeit, die das Team und seine Begleiter über die Runde trägt. Betreuerin Gabi Guthmann versorgt Spieler und Zuschauer aus ihrem Golfcart mit kühlen Getränken.

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„Seit 25 Jahren bin ich dabei, aber das jetzige Team ist in jeder Hinsicht das Beste, das wir jemals hatten“, schwärmt sie und betont: „Eigener Nachwuchs, nicht zusammengekauft.“ Gute Seele des Teams möchte Guthmann nicht genannt werden. Mit „Lieblingsoma“ könne sie sich dagegen anfreunden. Auf der Windschutzscheibe ihrer rollenden Bar steht, in welchem erlauchten Kreis ihre Jungs nun angekommen sind: Wannsee, Hubbelrath, St. Leon-Rot.

„Bewiesen, dass unlösbare Challenges zu lösen sind“

Was in ihnen steckt, beweisen die Delkenheimer auf eigenem Platz mit ihren 7er-Eisen eindrucksvoll. 16 Birdies auf 18 Bahnen bedeuten am Ende 56 Schläge. Lediglich auf den Bahnen 2 (Par 5) und 12 (Par 4) musste sich das Scrambling-Dutzend mit dem Par begnügen. „Eine tolle Leistung“, sagt Clubmitglied Günther Schaefer, der das Team schon beim Aufstiegsspiel in Hamburg begleitet hat. Bei Bier und Bratwurst für Spieler und Zuschauer lobt Kapitän Martin Stoll seine Männer: „Ihr habt bewiesen, dass selbst unlösbare Challenges zu lösen sind.“ Ein gutes Omen für die kommende Saison in Liga eins? Vorstandsmitglied Thomas Ams sagt:  „Ich wünsche mir von unserem Team, dass es im nächsten Jahr vor allem Spaß hat.“ Bei guten und bei schlechten Schlägen – wie an diesem Tag.   

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