Malte von Blankenfeld gehört zu jener Generation deutscher Golfer, die den Übergang vom erfolgreichen Amateur zum Profi mit sportlichem Ehrgeiz, aber sehr reflektiert angegangen sind. Der 28-Jährige ist heute Golfprofessional im Frankfurter Golf Club – ein Weg, der früh begann und über viele Stationen führte. Aufgewachsen ist von Blankenfeld in Eisenach, in einem nur zwei Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernten 400-Einwohner-Dorf. Zum Golfsport kam er im Alter von sechs oder sieben Jahren durch seinen Vater, der ihn in den Bitburger Golf Club mitnahm. Dort entwickelte sich rasch eine Leidenschaft, die bald von Erfolgen begleitet wurde.
Jan Pelz: „Malte war früh ehrgeizig und lernwillig“
Nach starken Leistungen im Jugendbereich wechselte er zum Golfclub Rheinhessen, wo er unter Landestrainer Jan Pelz den nächsten Entwicklungsschritt machte. Pelz betreut von Blankenfeld bereits ab dessen zwölftem Lebensjahr. „Malte war früh sehr ehrgeizig, aber vor allem extrem lernwillig“, erinnert sich Pelz, der am 1. November 2024 seinen neuen Job beim Frankfurter Golf Club antrat und dort die DGL-Herrenmannschaft betreut.
Parallel zum Golf entschied sich von Blankenfeld nach dem frühen Abitur mit 18 Jahren bewusst für einen akademischen Weg. Nach dem Bachelorstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Frankfurt schrieb er sich zunächst für ein Masterstudium ein, zog in die Mainmetropole und wechselte folgerichtig auch sportlich zum Frankfurter Golf Club. Für Pelz war dieser Weg bemerkenswert: „Malte hat nicht den klassischen Weg über das US-College-Golf gewählt, sondern erst studiert und sich persönlich wie sportlich breiter aufgestellt. Das ist ein anderer, aber sehr reflektierter Zugang zum Profigolf.“
Seit Januar 2024 ist Malte von Blankenfeld Tourspieler
Der endgültige Wendepunkt kam 2020, als von Blankenfeld im Golfclub München-Valley die Deutsche Amateur-Meisterschaft gewann. In einem auf drei Runden verkürzten Turnier setzte er sich gegen ein hochklassiges Feld durch – darunter Nick Bachem, der später auf der DP World Tour siegte. „Das war für mich der entscheidende Faktor, um ins Profilager zu wechseln“, sagt er rückblickend. Am 1. Januar 2024 vollzog er diesen Schritt. Er gab das Masterstudium auf und konzentrierte sich vollständig auf den Profisport. Die erste Saison verlief lehrreich, aber auch ernüchternd. Weder die Qualifikation für die Pro Golf Tour noch der Durchbruch bei den dreistufigen Qualifying Schools zur DP World Tour gelangen. Einmal schaffte er es immerhin bis in die zweite Runde und belegte dort Platz 40. Es folgte ein Abstecher in die Nordic League in Dänemark und Schweden, wo er 2024 im Jahresranking Rang 80 erreichte – zu wenig für den nächsten Karriereschritt.

Der Durchbruch kam über die Alps Tour. Mit Platz 22 im Qualifikationsturnier sicherte sich Malte von Blankenfeld die Spielberechtigung für die Saison 2025. Die Alps Tour, 2001 von Österreich, der Schweiz und Italien gegründet und später um Länder wie zum Beispiel Spanien, Frankreich, Belgien und Slowenien erweitert, gilt als anspruchsvolle dritte Profiliga Europas. „Es ist hier genauso schwer wie auf den anderen Third-Tier-Touren“, sagt von Blankenfeld. „Um Turniere zu gewinnen, braucht man 16 bis 18 unter Par.“ Nur die Top fünf der Jahreswertung steigen am Saisonende in die HotelPlanner Tour auf.
Saisonvorbereitung aktuell auf Mallorca
Sportlich fühlt sich der Frankfurter auf dieser Tour wohl. Aktuell bereitet er sich auf die neue Saison auf Mallorca vor, die für ihn allerdings erst Ende März beginnt. Gespielt wird überwiegend im Süden Europas – auf guten Plätzen und meist bei deutlich angenehmeren Bedingungen als im hohen Norden. Sein bestes Ergebnis der Saison 2025 erzielte er bei der Hauts-de-France – Pas-de-Calais Golf Open im Aa Saint-Omer Golf Club an der französischen Opalküste. Das Turnier wurde nach zwei Runden wetterbedingt abgebrochen, von Blankenfeld belegte einen geteilten dritten Platz. „Das war ärgerlich, weil ich in der letzten Runde nach sieben Löchern schon drei Birdies gespielt hatte“, sagt er. Am Ende der Saison stand Rang 49 in der Order of Merit sowie 5.745,75 Euro Preisgeld bei 16 Starts und sieben verpassten Cuts.
Rückhalt findet von Blankenfeld im Team des Frankfurter Golf Clubs, wo er unter anderem kostenfrei mit Jan Pelz trainieren kann. Pelz sieht ihn trotz aller Herausforderungen auf dem richtigen Weg: „Malte muss sich in den nächsten zwei Jahren im Profigolf etablieren – davon bin ich überzeugt. Er bringt sportlich und mental alles mit.“ Innerhalb des FGC-Teams gilt von Blankenfeld zudem als Leistungsträger: Im internen Spieler-Ranking war er der „Most Valuable Player“.
Bundesliga-Runden sind ein wichtiger Anker
Auch privat ist der Golfclub für ihn ein zentraler Bezugspunkt. Seine Lebensgefährtin Katharina Keilich, ebenfalls 28, wechselte bereits 2019 ins Profilager und versuchte sich auf der Ladies European Tour. Ende 2024 ließ sie sich reamateurisieren, arbeitet heute in einer Finanzberatung in Frankfurt und wird künftig wieder für das DGL-Team des FGC spielen. Für von Blankenfeld sind die Bundesliga-Runden ein wichtiger Anker. 2025 stand er bei allen fünf Spieltagen der 1. Bundesliga Süd im Aufgebot. Das Team des Frankfurter Golf Clubs belegte am Ende Rang drei. Zwischen Tourleben und Mannschaftsgolf, zwischen Ambition und Realität, geht Malte von Blankenfeld seinen Weg mit Geduld und klarem Blick – und mit dem Vertrauen seines langjährigen Trainers, dass der entscheidende Schritt noch bevorsteht.

















