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LETAS: Theresa de Bochdanovits feiert ersten Profisieg

Würzburgs Theresa de Bochdanovits feiert in ihrer ersten Saison als Pro ihren ersten Toursieg. Ihre aktuelle LETAS-Platzierung würde am Saisonende für die Ladies European Tour reichen.

Theresa de Bochdanovits siegt auf der LETAS
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Theresa de Bochdanovits hat kürzlich einen bedeutenden Moment zu Hause in Würzburg verpasst. Die Spielerinnen des Golf Club Würzburg, die im August mit ihrem Team in die Zweite Bundesliga aufgestiegen sind, waren eingeladen, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Auf den feierlichen Akt, mit dem sich schon Sportgrößen wie Basketball-Legende Dirk Nowitzki und Weltklasse-Schwimmer Thomas Lurz im historischen Wenzelsaal verewigten, musste Tourspielerin de Bochdanovits verzichten. Die 26-Jährige weilte in beruflichen Dingen an der Côte d’Azur, genauer gesagt: im Terre Blanche Golf Resort. Trost spendete sich de Bochdanovits bei ihrem 13. Start der LETAS-Saison höchstselbst: Die Würzburgerin gewann nach Runden von 71, 70 und 66 Schlägen die Terre Blanche Ladies Open und holte damit in ihrer ersten Profisaison gleich ihren ersten Sieg.

Sie hatte sich schon mit dem zweiten Platz abgefunden

„Den Winning-Moment habe ich mir ehrlicherweise etwas anders vorgestellt“, sagt Theresa de Bochdanovits. Am Finaltag hatte sie ihre 66er-Runde bereits ins Clubhaus gebracht und sich ohne Enttäuschung gedanklich mit dem zweiten Platz abgefunden. Die führende Schottin Lorna Mcclymont ging mit zwei Schlägen Vorsprung auf die 18. Bahn. Ein Par 5, dessen Grün mit dem zweiten Schlag für viele Spielerinnen zu erreichen ist. Theresa de Bochdanovits hatte nicht die Hoffnung, dass für die Konkurrentin noch etwas schiefgehen könnte – doch genau das passierte.

Die Würzburgerin konnte von neben dem Grün der 18 aus mitansehen, wie die Führende nach Fehlschlägen gleich zweimal droppen musste und letztlich mit einer 9 den Sieg verspielte. „Dass ich dann plötzlich die Siegerin war, hat mich etwas überfordert, weil ich schon mit dem Turnier abgeschlossen hatte“, sagt Theresa de Bochdanovits. Die frühere College-Golferin siegte mit einem Schlag Vorsprung auf die Australierin Belinda Ji . Für ihren Erfolg erhält sie ein Preisgeld von 7200 Euro. Zugleich klettert de Bochdanovits in der Order of Merit auf den siebten Rang. Dieser wäre am Ende der Saison gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Ladies European Tour. Genau sieben LET-Karten vergibt die LETAS.

„Diese Platzierung am Saisonende wäre total crazy“

„Vor der Saison habe ich es nicht für realistisch gehalten, diese Platzierung zu erreichen“, sagt die Toursiegerin. „Wenn ich auch nach den verbleibenden vier Turnieren noch da oben stünde, wäre das total crazy.“ Dennoch wolle sie an ihrer Herangehensweise und ihren Zielen nichts ändern – Profisieg hin oder her. „Dass ich eine Platzierung unter den Top 32, die mich in die Final Stage der LET-Qualifying School bringt, so gut wie sicher habe, macht mich einfach glücklich“, betont de Bochdanovits.

Nach ihrem Sieg am Sonntag blieb für sie kaum Zeit zu feiern: Wäsche hatte sie noch zu waschen, bevor morgens um 3.30 Uhr der Wecker klingelte und sie zum Flughafen aufbrechen musste. Nächste Station: Calatayud, nordöstlich von Madrid.

Was Theresa de Bochdanovits derzeit besonders stark macht: Sie verfehlt kaum ein Fairway. „Fünf waren es insgesamt in den drei Runden in Terre Blanche“, sagt sie. Am zweiten Tag traf sie zudem auch viele Grüns – lochte aber kaum einen Putt jenseits von zwei Metern. „Jetzt brauche ich nur noch einen heißen Putter“, habe sie sich nach Tag zwei gedacht. Und ihr Wunsch ging schon am nächsten Tag in Erfüllung.

Arbeit an der Drive-Länge in der Off-Season

Eine Baustelle, um die de Bochdanovits weiß, bleibt noch immer ihre durchschnittliche Länge vom Abschlag. 243 Yards (222 Meter) laut LETAS-Statistik. Ihre isländische Mitspielerin, sagt die Würzburgerin, habe die Drives ein ums andere Mal bis zu 50 Meter an ihrem Ball vorbeigeschlagen. „Länge wird in der Off-Season ein Thema sein, an dem ich wieder verstärkt arbeiten werde“, kündigt sie an. Schon vor der Saison hatte sie mit ihrem Trainer Julien Froidefond an konkurrenzfähigen Drives gefeilt und bereits ein ganzes Stück Länge hinzugewonnen. Auf der LET sind die meisten Plätze allerdings noch einmal ein Stück länger als auf der LETAS. Trainer Froidefond hat zwar angekündigt, seine Arbeit im Golf Club Würzburg aufzugeben, um an seiner Promotion zu arbeiten. „Aber ich bin froh, dass er das in Würzburg tut und mir gesagt hat, dass er auch zukünftig für mich da sein wird“, freut sich de Bochdanovits.

Nach der Iberdrola Calatayud Ladies Open in Spanien und der anschließenden Super Bock Ladies Open in Portugal wird Theresa de Bochdanovits noch einmal nach Würzburg zurückkehren, bevor ab Mitte November die letzten beiden Saison-Events in Spanien steigen. Vielleicht kann sie dann etwas nachholen, was sie zuletzt verpasst hat. Würzburgs Clubpräsident Bernhard May hat mit der Stadt gesprochen: „Theresa darf ihren Eintrag im Goldenen Buch der Stadt nachholen.“ Als Toursiegerin unterschreibt es sich bestimmt noch besser.

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