Der Golf Club Am Habsberg ist Deutscher Mannschaftsmeister 2026. Im Final Four besiegen die Aufsteiger um Trainer Peter Wolfenstetter die Mannschaft vom Frankfurter Golf Club mit 7 zu 5. Nach vier Vierern stand die Partie noch ausgeglichen 2:2. Mit deutlichen Siegen in den ersten Einzelmatches am Nachmittag drehten die Franken die Finalpartie aber schnell zu ihren Gunsten. Allen voran Habsbergs Leon Breimer, der sein Match gegen Michael Pfeifer mit 8&7 für sich entschied. „Dieser Erfolg hat sich über sieben Jahre lang aufgebaut“, sagte Pro Golf Tour-Spieler Breimer. Seit 2019 ist der Golf Club Am Habsberg – mit einer Ausnahme – jedes Jahr aufgestiegen – und nun Deutscher Meister.
Frankfurt kurzfristig ins Final Four gerutscht
Der Moment, in dem der Sieg feststand, war, als Frankfurts Ben Bradley sein Match gegen Niklas Scharbauer auf dem 18. Grün teilte und Habsberg den fehlenden halben Punkt zu uneinholbaren 6,5 gewann. „Frankfurt wäre eine geile Story“, hatte DP World Tour-Sieger Freddy Schott vorher noch in den sozialen Netzwerken kommentiert und damit auf das Zustandekommen der Frankfurter Teilnahme angespielt. Per einstweiliger Verfügung hatte das Landgericht Wiesbaden den Deutschen Golf Verband dazu verpflichtet, den Golf Club St. Leon-Rot wegen Verstoßes gegen das DGL-Ligastatut für zwei Spieltage zu disqualifizieren. Spieler Carl Siemens war noch im Februar als Tourspieler aktiv, aber mit grünem Licht vom DGV dann im Juni zweimal als Amateur in der DGL zum Einsatz gekommen. Das Gericht sah darin – anders als der DGV – einen Verstoß gegen die geltenden Regeln. So rutschte das Frankfurter Team kurzfristig ins Final Four.
Im Halbfinale trafen die Hessen auf den Meister der Nordgruppe, den Golfclub Hubbelrath, und siegten gegen die Düsseldorfer – für viele wohl überraschend – deutlich mit 7,5 zu 4,5. Der FGC war erst am Freitag nach München angereist und konnte am Abend nicht einmal seine Proberunde beenden. Zum Vergleich: Die Spieler des späteren Finalgegners vom Golf Club Am Habsberg drehten drei Proberunden in Vorbereitung auf das Saisonfinale. Wegen Gewitterabbruchs am frühen Samstagabend mussten die Halbfinals am Sonntagmorgen ab 7 Uhr zu Ende gespielt werden.
Janis Erll: „Haben es geschafft, alles andere auszublenden“
„Wir haben es geschafft, alles andere um uns herum auszublenden“, bemerkte FGC-Spieler Janis Erll. Der College-Student, der zu Saisonbeginn vom Golf-Club Neuhof zum Frankfurter Golf Club gewechselt war, gewann im Golfclub München-Riedhof alle seine vier Partien. „Dass wir nachgerückt sind, hat uns den Stress genommen“, befand Nico Guldan, Viererpartner von Janis Erll, der im Final Four für Frankfurt insgesamt dreieinhalb Punkte holte. Attacke sei die Frankfurter Herangehensweise. „Wir sind da, um das Ding zu holen“, so Guldan. Für die Frankfurter endete das Final Four mit dem Deutschen Vizemeistertitel – wie 2018 bei der bisher letzten Teilnahme der FGC-Herren am Saisonfinale.

TV-Sender MagentaSport hatte die entscheidenden Stunden des Final Fours – wie schon Sky im Vorjahr – am Sonntagnachmittag übertragen. Als DGV-Präsident Klaus Kobold den Habsbergern den silbernen Pokal überreichte und auf dem 18. Grün Tränen und Schaumwein flossen, kommentierte Ex-Tourspieler Bernd Ritthammer: „Was mir gefällt, ist, dass jetzt wieder der Sport im Vordergrund steht.“ On-Course-Kommentator Florian Bauer ließ sich eine Bemerkung ebenfalls nicht nehmen: „Wir hatten viele Nebenschauplätze, aber das kann man ad acta legen.“
DGV will Ligastatut zur neuen Saison überarbeiten
Ob der Golf Club St. Leon-Rot die Disqualifikation und den damit verbundenen Ausschluss seiner Herren vom Final Four einfach auf sich beruhen lässt, ist offen. Der DGV hatte schon vor dem Erlass der einstweiligen Verfügung angekündigt, das Ligastatut vor Beginn der kommenden Saison zu überarbeiten und scheinbare Schlupflöcher zu schließen.
Im Spiel um den dritten Platz setzte sich der Golfclub Hubbelrath mit 6,5 zu 5,5 gegen den Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee durch. Bei den Frauen gewann Wannsee die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Finale mit 5,5 zu 3,5 gegen den Hamburger Golf-Club Falkenstein. Dritter wurden die Titelverteidigerinnen vom Golf Club St. Leon-Rot durch ein 7 zu 2 gegen Stuttgarter Golf-Club Solitude.
















