Auf eigenem Platz sichert sich das Damen-Team des Frankfurter Golf Club am vierten Spieltag de facto den Klassenverbleib in der Ersten Bundesliga. Tagesrang drei hinter St. Leon-Rot und maximal knapp hinter Stuttgart-Solitude bescheren den Frankfurterinnen in der Tabelle nun vier Punkte Vorsprung auf Tabellenschlusslicht Fürth. Theoretisch könnten die Fränkinnen diese zwar noch aufholen; dafür müssten sie jedoch den letzten Spieltag im Münchener Golfclub gewinnen – was nach vier fünften Plätzen in dieser Saison eher utopisch ist.
FGC-Damen mit bisher bester Saisonleistung
Das Team von Trainerin Verena Scholz lieferte zu Hause bei über 40 Grad am Samstag die bisher stärkste Saisonleistung ab. Katharina Hesse (-3), Johanna Kirch (-2) und Lea Ludwig (-1) blieben in der Gluthitze allesamt unter Par. FGC-Spielerin Emelie Edinger musste den hohen Temperaturen allerdings Tribut zollen und ihr Einzel am Samstag wegen gesundheitlicher Probleme nach 13 Bahnen abbrechen.
Die Deutsche Golf Liga (DGL) hatte angesichts der Hitze entschieden, die klassischen Vierer am Samstagnachmittag nicht spielen zu lassen. Eine weise Entscheidung, auch wenn im Frankfurter Golf Club viele darüber diskutierten, ob Golf nicht möglich sein muss, wenn sogar ein – wenn auch gekürzter – Ironman über die Bühne geht.



Das Damen-Team vom Golf Club St. Leon-Rot gewann den Spieltag in Frankfurt mit neun Schlägen unter Par. Herausragend spielte dabei vor allem Sofia Maier-Borst mit Runden von 67 (-7) und 69 (-5) Schlägen. Im Team vom Stuttgarter Golf-Club trug Vize-Europameisterin Alena Oppenheimer Ergebnisse von +2 und +1 bei. Mit einem Gesamtergebnis von Par sicherten sich die Schwäbinnen genauso wie St. Leon-Rot vorzeitig die Teilnahme am Final Four. Mit einem Schlag über Par lagen die FGC-Damen letztlich deutlich vor München (+19) und Fürth (+36).
Frankfurt und Habsberg in der Tabelle punktgleich
Bei den Herren gewann Tabellenführer St. Leon-Rot den Spieltag mit 29 Schlägen unter Par, vor dem Golfclub Am Habsberg (-8), Frankfurt (-1), München (+10) und Augsburg (+38). Für die Frankfurter kommt es damit am letzten Spieltag im Münchener Golfclub zum Showdown. Aktuell liegt das Team von Trainer Jan Pelz in der Tabelle punktgleich (14) mit dem Golfclub Am Habsberg, wegen des besseren Schlagverhältnisses (+5 vs. +13) aber vor den Bayern auf Rang zwei. Heißt: Landen die Frankfurter in München vor Habsberg, qualifizieren sie sich für das Final Four der acht besten deutschen Mannschaften. Das gelang dem FGC zuletzt 2018.



Beim Heimspieltag beeindruckte vor allem Nicklas Borrmann mit seiner Leistung. Fünf Schläge unter Par am Samstag und vier unter Par am Sonntag waren die bisher besten Runden, die Borrmann für Frankfurt gespielt hat. Tim Opderbeck unterstrich einmal mehr seine hervorragende Form, spielte am Samstag vier Schläge unter Par und am Sonntag eine Par-Runde. An Loch 17 endete für ihn eine ganz besondere Serie in der DGL: 48 Bahnen in Folge ohne ein Bogey. „Tim ist Mr. Konstant und deswegen für uns auch einer der wichtigsten Spieler im Team“, sagt Coach Jan Pelz.
St. Leon-Rot und Habsberg mit Fabelleistungen am Samstag
Stefan Wiedergrüns Runde von vier Schlägen unter Par am Sonntag trug dazu bei, dass sich der FGC an Tag zwei immer näher an den Golfclub Am Habsberg heranspielte. 20 Schläge Vorsprung hatten sich die Bayern am Samstag auf die Hessen erarbeitet. In sieben gewerteten Einzeln blieben sie 14 Schläge unter Par, St. Leon-Rot gar 19 Schläge unter Par. „Das war von beiden Teams eine außergewöhnlich gute Leistung, die mich ehrlicherweise in dieser Form überrascht hat“, sagt Jan Pelz. Sein Team habe keinesfalls schlecht gespielt, den Heimvorteil durch die zwangsläufige Trockenheit des Platzes aber ein Stück weit eingebüßt. „Dadurch spielt sich der Platz deutlich kürzer und ermöglicht mehr Spielern, an vielen Bahnen mit einem Eisen abzuschlagen“, erklärt Pelz.
Die Chancen auf eine Qualifikation für das Final Four schätzt der FGC-Coach auf 50:50. Ob der Platz des Münchener Golfclubs einem Team der Südgruppe besser oder schlechter liege, vermag Pelz nicht zu sagen. Was jedoch sicher ist: In München können die Frankfurter auf Tourspieler Malte von Blankenfeld zählen. „Malte kann für uns noch einmal ein wichtiger Faktor sein“, so Pelz.
















