Wenn im Golf-Club Main-Taunus in Wiesbaden-Delkenheim vom „Urgestein“ die Rede ist, fällt unweigerlich ein Name: David Howard. Der 62-jährige Engländer arbeitet dort seit Oktober 1988 als PGA Professional – länger als jeder andere Golflehrer in der Region. Mehr als 37 Jahre, neun Präsidenten, neun Golfmanager und zahllose Platzveränderungen später ist Howard noch immer da. Geblieben ist seine Leidenschaft für den Beruf und für „seinen“ Club.
Geboren und aufgewachsen in Bristol, kam Howard vergleichsweise spät über seinen Vater, einen intensiven Hobbygolfer, zu diesem Sport. Mit zehn Jahren nahm er erstmals am Jugendtraining teil, verlor jedoch schnell die Lust. Zu streng, zu wenig Erklärung, kein Driver – das entsprach nicht seiner Vorstellung. Stattdessen begeisterte er sich für Skateboarding. Doch das Golfspiel ließ ihn nicht los. Die Schläger, die Atmosphäre auf der Driving Range, die stillen Momente, wenn sein Vater spielte – all das prägte sich tief ein. Mit 15 Jahren bat er zu Weihnachten um einen halben Golfschlägersatz. Am 25. Dezember ging es bei Regen, Hagel und Sturm mit dem Daddy auf den Platz. Dort fiel die Entscheidung: Nicht Tischler, sondern Club-Professional sollte sein Weg sein.
Seine golferische Entwicklung begann im Henbury Golf Club in Bristol. Innerhalb von anderthalb Jahren verbesserte er sein Handicap von 21 auf sechs – die Voraussetzung für eine PGA-Ausbildung. Diese absolvierte er anschließend im Bristol & Clifton Golf Club, einem der traditionsreichen Clubs der Region. Nach den Prüfungen in Lilleshall und dem Playing-Ability-Test in The Belfry war Howard vollwertiger PGA Professional.
Mit 21 Jahren verließ David Howard England

Mit nur 21 Jahren folgte der Schritt ins Ausland. In Österreich übernahm er zunächst kurz den Posten des PGA Pro im Golfclub Kitzbühel am traditionsreichen Schloss Kaps. Anschließend wechselte er für drei Jahre zum Golf & Country Club Salzburg-Klessheim, wo er auf dem Neun-Loch-Platz wertvolle Erfahrungen sammelte – vor allem darüber, wie stark das Umfeld die Arbeit eines Club Professionals prägt. 1988 führte ein kurzer Anruf von einer Telefonzelle nach Deutschland. Der Golf-Club Main-Taunus suchte einen Pro, Howard bewarb sich, erhielt nach einem persönlichen Treffen in Delkenheim auf der Rückfahrt nach Bristol den Job. Was als neuer Abschnitt begann, wurde zur Lebensaufgabe.
Mitte der 1990er-Jahre begann David Howard, das Pro-Team im Golf-Club Main-Taunus gezielt auszubauen. In dieser Phase kam auch Martin Müller nach Delkenheim – zunächst als Auszubildender. Aus dem jungen Nachwuchspro entwickelte sich in den folgenden Jahren ein voll ausgebildeter PGA Professional, der dem Club bis heute treu geblieben ist. Müller gehört noch immer zum festen Trainerstab des GC Main-Taunus und steht exemplarisch für die Kontinuität, die Howards Arbeit über Jahrzehnte geprägt hat.
Der Club entwickelte sich stetig weiter. Aus 750 wurden 850 Anteilseigner. Heute hat der Club über 1.000 Mitglieder inklusive Jugendlicher. Auch der Golfsport veränderte sich: Wo früher vor allem das Handicap zählte, stehen heute Spielspaß, Gemeinschaft und Freizeitwert im Vordergrund. Howard ging diesen Weg mit. In seinem Unterricht verbindet er Gefühl und Technik, nutzt moderne Analyse mit FlightScope und Video, warnt aber vor Überanalyse. „Paralyzed through analysing“ sei eine echte Gefahr.
Clubpräsident: David Howard ist im Geiste stets jung geblieben
Club-Präsident Stephan Ziegler sagt über ihn: „Mit seiner großen Erfahrung, seinem Gefühl für Menschen jeden Alters, seinem Humor und seiner großen Leidenschaft für den Golfsport hat David Howard Generationen von Golfern in unserem Club und darüber hinaus an den schönsten Sport der Welt herangeführt, sie ausgebildet und begeistert.“ Dabei sei er im Geiste stets jung geblieben und bringe sich beispielhaft und aktiv in die Neuausrichtung des Clubs ein. „Er ist eine nicht wegzudenkende Größe in unserem Club unseres Herzens“, so Ziegler.
Tatsächlich begleitet David Howard viele seiner Schüler seit Jahrzehnten – man ist gemeinsam älter geworden. An Ruhestand denkt Howard nicht. Er will unterrichten, solange es ihm Freude macht. „Golf zu lehren ist kein Job“, sagt er, „es ist mein Hobby.“ Und genau das spürt man – seit fast vier Jahrzehnten im Golf-Club Main-Taunus.

















