In der Finalrunde der German PGA Seniors Championship am Mittwoch war der Himmel über Würzburg den Ereignissen eine Viertelstunde voraus. Als die letzte Spielgruppe um den führenden Christoph Günther gerade das 17. Grün erreicht hatte, setzte ein gewaltiger Platzregen ein. Keine Champagnerdusche hätte die besten Ü50-PGA-Professionals Deutschlands annähernd tränken können wie dieser plötzliche Guss. Christoph Günther, komfortable vier Schläge in Führung, eilte ins Clubhaus und musste dort ausharren, bis die Gewitterwolken eine halbe Stunde später wieder verschwunden waren. Mit einem Par auf Bahn 18 besiegelte der 52-Jährige dann bei feinstem Sonnenschein seine Titelverteidigung.
Vier Schläge Vorsprung vor Seddings Paul Archbold
Mit Runden von 68, 67 und 68 Schlägen (insgesamt -10) auf dem Par-71-Kurs des Golf Club Würzburg siegte der Professional aus Bayern vor Paul Archbold (-6) vom Golf & Country Club Seddiner See sowie Sean Fitzgerald (-5) vom Golfclub Siek, der seine Position auf dem Leaderboard am Schlusstag mit einer 65er-Runde noch deutlich verbesserte. Mark Stevenson vom Golfclub Valley, der mit einer 65er-Runde in das Turnier gestartet war, gewann die Wertung der Super-Seniors (Ü60) und wurde Fünfter der Gesamtwertung. Die beste Platzierung aller Pros aus dem Rhein-Main-Gebiet erreichte Martin Pyatt (73, 71, 69/Par) vom Golf- und Land-Club Kronberg mit dem geteilten achten Rang. Die Würzburger Pros Stuart Bannerman und Trevor Pearman, der am zweiten Turniertag seinen 60. Geburtstag feierte, erreichten den geteilten 17. bzw. 30. Platz. (Zu den Ergebnissen)
Für seinen Sieg erhält Christoph Günther ein Preisgeld von 3000 Euro. Gestiftet wird das Gesamtpreisgeld von 20.000 Euro von Hella Schoepe-Praun, die mit ihrem Engagement für die Professionals das Andenken an ihren verstorbenen Bruder und Golf-Tausendsassa Dieter Praun lebendig halten möchte. Zum fünften Mal bereits fand die Dieter Praun Trophy statt, die von Beginn an zur German PGA Seniors Championship wurde. Knapp 100 Pros aus ganz Deutschland kamen zur bereits dritten Austragung in den Golf Club Würzburg.

Sieger Christoph Günther freute sich darüber, dass er es diesmal nicht so spannend gemacht hatte wie im Vorjahr. „Ich habe dazugelernt und bin an allen drei Tagen eisern bei meiner Strategie geblieben“, betonte er. Deshalb seien ihm anders als im vergangenen Jahr diesmal Double Bogeys und Schlimmeres erspart geblieben. Günther betreibt die Golfschule PROject GOLFacademy an Standorten wie Bad Wörishofen oder St. Eurach – lebt aber vor allem von Turnierpreisgeldern. „Ich versuche daher, so viel wie möglich zu spielen“, so Günther.
Christoph Günther: „Würde auf Legends Tour gewinnen“
Der frühere Challenge-Tour-Spieler und -Sieger verfügt seit seinem Triumph bei der Dieter Praun Trophy 2025 über eine kleine Kategorie auf der Staysure Legends Tour – früher European Seniors Tour –, schaffte es damit aber nur selten ins Teilnehmerfeld. „Kürzlich war ich die Nummer eins der Warteliste bei einem Event in England, bin dort hingereist, kam aber letztlich nicht rein“, erzählt Günther. In Würzburg stellte er mit seinem konstanten Spiel und seinem zweiten Sieg einmal mehr unter Beweis, dass er für Golflegenden wie Padraig Harrington oder Colin Montgomerie ein ernst zu nehmender Gegner sein dürfte. „Ich bin überzeugt davon, dass ich über kurz oder lang auf der Legends Tour gewinnen würde, wenn ich mal eine Reihe von Turnieren spielen kann“, sagt Günther.






In seiner Siegerrede dankte er Hella Schoepe-Praun für ihr großzügiges Sponsoring und dem austragenden Golf Club Würzburg. Explizit lobte Günther Würzburgs Head-Greenkeeperin Jacqueline Siegel, die nach dem gewaltigen Wolkenbruch den Grünbunker vor dem 18. Grün höchstpersönlich mit einer Harke wieder präpariert und spielbereit gemacht hatte. „Eigentlich wollte ich in den Bunker schlagen, damit die tolle Arbeit nicht umsonst war“, witzelte der Sieger. Im kommenden Jahr kann es Christoph Günther bei der Dieter Praun Trophy 2027 noch einmal probieren. Denn zur Freude des Vorsitzenden der PGA of Germany Kariem Baraka kündigte Würzburgs Clubpräsident Bernhard May an, dass sein Club auch 2027 Austragungsort des Turniers sein wird – im 100. Jahr der PGA of Germany.
















