StartArtikelBernd Ritthammer coacht Hof Hausens DGL-Spieler

Bernd Ritthammer coacht Hof Hausens DGL-Spieler

Strategie, Risiko, Druck: Ex-European-Tour-Spieler Bernd Ritthammer fordert und begeistert die DGL-Spieler des Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne bei einem Coaching-Besuch.

Bernd Ritthammer im Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne
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Nicht jeder Golfball landete Mitte Fairway, aber jeder von ihnen startete mit einem klaren Ziel – vor dem Schlag deutlich angekündigt. Mit dieser Erwartung ging der ehemalige European-Tour-Spieler Bernd Ritthammer am Sonntag mit den DGL-Spielern des Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne auf die Runde. Eingeladen hatte ihn Hofheims Herren-Coach Richard Nömeier, der mit ihm einst zusammen für den Golfclub am Reichswald spielte. Nach zehn Minuten individuellem Coaching für jeden Spieler auf der Driving-Range ging Ritthammer mit dem Regionalliga-Team auf den Platz.

Bernd Ritthammer ist vollausgebildeter Golflehrer

Der 38-Jährige ist seit zwei Jahren vollausgebildeter Golflehrer, Golfexperte bei MagentaTV und Podcaster (Tee Time – Der Golf Podcast). Er trainiert zwar kein eigenes Team, berät aber als Performance Coach unter anderem Österreichs Kaderspieler. Bei Ritthammers Besuch in Hofheim stehen vor allem Strategie, Risikomanagement und der Umgang mit Druck auf dem Programm. „Die Spieler sollen ihre Spielanlage verstehen und lernen einzuschätzen, was sie damit auf einer bestimmten Spielbahn und in einer bestimmten Lage anstellen können und was nicht“, erklärt der frühere Tourspieler. Dieser wichtige Transfer finde viel zu selten statt.

Bernd Ritthammer redet an diesem Tag im Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne nicht nur, sondern spielt selbst mit, lässt sich von den DGL-Spielern die Tücken des Platzes erklären und die Spiellinien aufzeigen. Viele wollen von ihm wissen, wie er mit Nervosität umgeht – was er empfehlen kann. „Das Problem ist, dass viele sich allein vom Ergebnis abhängig machen, Angst haben zu versagen und dadurch anfällig werden für Nervosität“, weiß Ritthammer. Es sei wichtig, seine Zufriedenheit an Zielen festzumachen, die man beeinflussen kann. Das könne beispielsweise sein, einem Putt nicht sofort nachzuschauen, sondern erst nach ein paar Sekunden. „Wer es lernt, seine Zufriedenheit daran festzumachen, wird ein gelassenerer Golfer“, ist Ritthammer überzeugt. „Dann ist man selbst nicht mehr der Spielball vom Golfball.“

  • „Sehen, wie Profis sich den Platz zurechtlegen“

Die Idee, Bernd Ritthammer für einen Tag nach Hofheim zu holen, ist in den Augen von Team-Coach Richard Nömeier schon nach wenigen gespielten Löchern ein voller Erfolg. „Meine Jungs können mal aus nächster Nähe sehen, wie Profis sich einen Golfplatz zurechtlegen und es schaffen, ihr Spiel auf die Bahn zu bringen, statt waghalsige Dinge zu machen“, erklärt er. Mindestens 15 Jahre habe er Ritthammer nicht gesehen. Doch sein einstiger Team-Kamerad habe sofort zugesagt, als er ihn um Unterstützung für seine Mannschaft gebeten habe.

Das Saisonziel für die DGL-Herren ist laut Nömeier der Klassenverbleib in der Regionalliga. „Leider ist Bernd für uns ja nicht spielberechtigt“, scherzt er. Ein-Tages-Coach Ritthammer sieht in den Hofheimer Spielern derweil Potenzial für mehr: „Technisch können sie alle gut den Ball hauen, aber unsere gemeinsame Runde zeigt, dass es hier bei vielen Spielern einen großen Hebel gibt, durch klügeres und logischeres Spiel deutlich besser zu scoren.“

Mannschaftsspieler Thibault Hess ist beeindruckt von Ritthammers eigener Performance: „Krass, dass ein so guter Spieler es nicht geschafft hat, sich langfristig auf der DP World Tour zu etablieren.“ Es zeige, wie unvorstellbar hoch das Niveau auf Europas höchster Spielklasse sei. Richard Nömeier, einst selbst Tourspieler, drückt es so aus: „Was unsere Spieler vom Tourniveau trennt, ist ein Weg, der noch einmal so weit ist, wie der, den sie von der Platzreife bis zum Status quo hinter sich haben.“ Das könne frustrieren, aber auch aufzeigen, wie viel besser man noch Golf spielen kann.

Bevor Ritthammer mit den DGL-Spielern arbeitete, gab er den Hofheimer Jugendspielern auf der Driving Range zunächst eine Golf-Clinic. Sein Fazit nach dem Ausflug an den Taunus ist durchweg positiv: „Es hat total Spaß gemacht, dass das Angebot von so vielen angenommen wurde.“

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