Als Maxime Goupy, der Führende der VcG Neuhof Open, am Mittwoch um 13.10 Uhr auf die zweite Runde startete, waren in Teilen seines Heimatlandes Frankreich die Golfplätze geschlossen. Wegen Temperaturen von rund 40 Grad im Schatten wurde das Golfspiel im Großraum Paris offiziell untersagt. Goupy allerdings kennt sich mit Wärme aus: Er lebt im Provence-Städtchen Grasse oberhalb von Cannes. Nach seiner 66er-Runde (-6) am Dienstagmorgen ließ der 23-Jährige am Mittwochnachmittag im Golf-Club Neuhof bei glühender Hitze eine 70er-Runde (-2) zum Gesamtstand von acht unter Par folgen. Damit behauptete Goupy nicht nur seine Führung, sondern baute sie von einem auf drei Schläge aus.
Alexander Amey locht aus 200 Metern direkt ein
Gleich sieben Spieler liegen vor der Schlussrunde der VcG Neuhof Open mit fünf Schlägen unter Par auf dem geteilten zweiten Rang: Die Franzosen Claude Churchward und Alexandre d’Aurelle de Paladines, der Belgier Kristof Ulenaers, die drei Deutschen Martin Obtmeier, Philipp Macionga und Velten Meyer sowie der Schweizer Alexander Amey. Letzterer machte in Turnierrunde zwei wohl schon sicher den Schlag des Turniers. Auf Neuhofs Bahn 5, einem 485 Meter langen Par 5, gelang Amey das Kunststück, seinen zweiten Schlag aus rund 200 Metern direkt einzulochen – zum Albatros.
Bis zur Bahn 13 ließ der Schweizer beeindruckende fünf Birdies folgen. Amey lag plötzlich zwölf Schläge unter Par und damit auf dem Leaderboard deutlich in Führung. Alles wirkte, als würde der Tourspieler dem Golf-Club Neuhof einen neuen Platzrekord verpassen. Doch dann erwischte es – wie so viele auf dem anspruchsvollen Platz – auch ihn. Double-Bogey, Triple-Bogey und Double-Bogey ließen Amey um sieben Schläge zurückfallen. Wenn auch nur auf den geteilten Platz zwei.

Die beste Runde unter den Top Ten spielte am Mittwoch Martin Obtmeier aus Straubing (69/-3). Auf den Bahnen 13 bis 17 gelangen dem 21-Jährigen gar fünf Birdies in Folge. Damit war der Bayern die längste Zeit der erste Verfolger von Alexander Amey. Ausgerechnet auf der letzten Bahn des Tages unterliefen ihm die ersten teuren Fehler, die zu einem Triple-Bogey führten.
Wie viel sind drei Schläge Vorsprung wert?
Wie viel sind die drei Schläge Vorsprung wert, die Maxime Goupy 18 Löcher vor Schluss auf seine Verfolger hat? Potenziell wenig. Die Randbereiche des Neuhöfer Platzes sind nach Tagen der Hitze zusehends ausgetrocknet. Kleine Ungenauigkeiten werden auch am dritten Turniertag hart bestraft werden. Und zwei von Goupys engsten Verfolgern wissen genau, wie man gewinnt: Kristof Ulenaers und Philipp Macionga haben in dieser Saison auf der Pro Golf Tour schon jeweils einen Sieg feiern können. Andererseits agiert der Südfranzose Goupy bisher in allen Bereichen seines Spiels bemerkenswert sicher.

43 Spieler haben den Cut geschafft, für den man mindestens Par spielen musste. Darunter aus der Rhein-Main-Region lediglich Amateur und Neu-Frankfurter Lukas Lange (69, 74/insgesamt -1). Neuhofs Janne Finn Müller (69, 76/+1) und Ex-European-Tourspieler Max Schmitt (72, 73/+1) hatten am Ende einen Schlag zu viel auf der Scorekarte stehen. Martin Keskari (72, 74/+2) kämpfte sich nach einem frühen Triple-Bogey auf Bahn 4 wieder an die Cutlinie heran, beendete seine Runde dann aber mit zwei Bogeys.
VcG Neuhof Open liefert Youngstern wichtige Erfahrungen
Neuhofs Amateurtalent Tim Nachtwey (72, 77/+5) konnte auf den exzellenten Grüns nur zwei Birdie-Chancen nutzen und sammelte letztlich zu viele Bogeys – genau wie Teamkamerad Nikola Durdov (76, 75/+7). Moritz Küls (82, 72/+10) schaffte es erst am zweiten Tag, seine Fähigkeiten in ein gutes Ergebnis zu verwandeln. Für die drei Youngster des Golf-Club Neuhof lieferte die Teilnahme vor allem eins: wichtige Erfahrungen für die sportliche Weiterentwicklung. Den Cut verpassten ebenfalls Neuhof-Coach Max Röhrig (77, 79/+12) und Frankfurts Leistungsträger Janis Erll (84, 78/+18).

Als Gewinner dürfen sich schon vor der Schlussrunde der VcG Neuhof Open die Greenkeeper des Golf-Club Neuhof fühlen. Das Team von Headgreenkeeper Sascha Baumann hat es geschafft, unter extremen Temperaturverhältnissen tourwürdige Grüns zu präparieren. Wer am Mittwoch den Großteil des Preisgelds von 40.000 Euro mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich ab 7 Uhr. Als letzte Gruppe startet um 8.10 Uhr von Tee 1 Maxime Goupy, Velten Meyer und Kristof Ulenaers.
















