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Ein Abend rund um den Spirit of Golf

Beim Golf mit 100 Jahre alten Hickory-Schlägern findet Sebastian Luckei sein Glück. Am 6. Oktober veranstaltet der Kasseler im RUFF Dreieich eine Reise zu den Anfängen von Golf.

Sebastian Luckei Hickory Golf
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Herr Luckei, die meisten Golfer begeistern sich immer wieder jedes Jahr für das neueste Material. Motto: Höher, schneller, weiter. Warum reizt Sie das genaue Gegenteil, nämlich mit 100 Jahre alten Hickory-Schlägern Golf zu spielen?

Sebastian Luckei: Weil ich es satt bin. Eigentlich müsste ich mittlerweile 350 Meter weite Drives hauen, aber es funktioniert einfach nicht, was mir die Werbung Jahr für Jahr verspricht. Deswegen wollte ich der ganzen Sache näher auf den Grund gehen und bin so beim Hickory-Golf gelandet. Die Jungs und Mädels haben nämlich damals, vor 100 Jahren und mehr, schon ähnliche Scores gespielt wie unsere Pros heute – ohne Laser, ohne Carbon-Driver und 14 standardisierte Schläger plus E-Trolley. Mehr als das Material interessiert mich inzwischen der „Spirit of Golf“.

Sie kommen am 6. Oktober nach Dreieich und gestalten dort in der RUFF Indoor Golf Lounge einen Abend rund um Hickory-Golf. Was erwartet die Gäste?

Luckei: Ich möchte die Gäste begeistern und motivieren, Golf aus einer anderes Perspektive zu betrachten. Das natürliche Gefühl für Schläger und Schwung wieder zu spüren und Einblicke in die Historie zu geben. Ich glaube, das eine gesunde Mischung aus modernem und „altmodischen“ Golf zu mehr Spaß und somit zwangsläufig zu besseren Ergebnissen führt. Zum Hickory-Abend im RUFF Dreieich werde ich originale Schläger aus der Zeit mitbringen und somit Theorie und Praxis verbinden. In den zwei Stunden bleibt den Gästen genug Zeit, auch selbst ein Gefühl für die Hickory-Schläger zu bekommen.

Sie haben gerade in Ihrem Heimatclub in Kassel ein Hickory-Golfturnier veranstaltet. Wie groß muss man sich die Community vorstellen?

Luckei: Zu Beginn war ich ganz allein – jetzt sind wir im Raum Kassel über 37 begeisterte Hickory-Fans. Das Turnier kam tatsächlich richtig gut an. Die Mischung aus Historie, Konzentration und Spaß hat für eine tolle Stimmung gesorgt. Mir war wichtig, beim ersten Turnier die Leute zu begeistern und nicht zu verschrecken. Das ist mit 100 Jahre alten Schlägern, Whisky-Tasting, einem Dudelsackspieler und Fish and Chips ganz gut gelungen.

Beim Hickory-Golf geht es nicht nur um alte Schläger, sondern auch das passende Gewand. Wie reagiert der Golfer von heute auf Sie und Ihre Hickory-Freunde, wenn Sie mit Knickerbockerhosen, Krawatte und Schiebermütze am Golfplatz aufschlagen?

Luckei: Das sorgt für Sichtbarkeit – positive Sichtbarkeit. Ich werde regelmäßig drauf angesprochen, weil ich mich mittlerweile auch im Alltag im „Vintage Look“ kleide. Ich mag einfach die Zeit und die Art, wie sich Menschen früher gekleidet haben. Man muss nicht jeden Tag Turnschuhe und Jogginghose tragen.

Die Hickory-Schläger sind handgefertigte Unikate. Woher stammt Ihr Satz und wie viele Schläger besitzen Sie?

Luckei: Als Hickory Golfer ist man auch Jäger und Sammler. Allein deswegen fühlen sich anscheinend Männer so wohl. Hickory-Golf ist verbunden mit einem gewissen Suchtfaktor, daher bitte ich um Vorsicht! Unser Keller zu Hause kann ein Lied davon singen. Meine Schläger sind alle aus England und Schottland. Die Anzahl variiert, weil ich immer wieder auf der Suche nach neuen Stücken bin. Gern würde ich Schläger aus Deutschland spielen, denn früher waren die Pros auch „clubmaker“. Das heißt, sie konnten die Schläger selbst herstellen und reparieren. Sie waren wahre Künstler. Aber dazu sehr gern mehr am 6. Oktober.

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