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Richard Nömeier: Der Mann für gesundes Golf

Als Golflehrer steht Richard Nömeier für einen ergonomischen Schwung – als Coach für ein gesundes Selbstbewusstsein. Mit Hofheims Herren-Team will er bald in die Zweite Bundesliga.

Golflehrer Richard Nömeier
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Zu Richard Nömeier kommen Golferinnen und Golfer von weither, um einen gesunden Schwung zu lernen. Dafür ist der 44-Jährige bekannt. Rund 500 Schülerinnen und Schüler nehmen bei ihm im Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne Golfunterricht – manche regelmäßig, andere sporadisch je nach Bedarf. Vielleicht wären es aber einige weniger, wenn sie wüssten, für welchen Fußballclub Nömeiers Herz schlägt. Mit seiner Frau Bianca – Dortmund-Fan – ist er des Öfteren im Westfalenstadion und hat in den vergangenen Jahren zu vielen Vereinsmitgliedern und BVB-Sponsoren ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und sie als Golflehrer betreut. „Wenn sie wüssten, dass ich Bayern-Fan bin, oh weh.“

Deutscher Meister mit dem GC Am Reichswald

Dass Richard Nömeier den „Roten“ die Daumen drückt, ist allerdings verständlich. Schließlich erblickte er vor 44 Jahren unterhalb des „Weißwurstäquators“ das Licht der Welt. In seiner Geburtsstadt Amberg „kickte“ er in der F- und E-Jugend, konzentrierte sich bald aber ganz auf Golf. Mit 18 wurde er Bayerischer Jugend- und Juniorenmeister. Ein Jahr später gewann er mit dem Nürnberger GC Am Reichswald die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

2004, also mit 23 Jahren, wagte er den Schritt ins Profilager. Sechs Jahre lang war er Spieler der Pro Golf Tour, gewann auf der EPD Tour (wie sie damals noch hieß) jedoch kein Turnier. „Meine Stärke war die Länge in den Schlägen, meine beste Runde als Tourpro waren einmal 63 Schläge. Ein paar Platzierungen sprangen heraus. Doch irgendwann habe ich begriffen, dass mein Können nicht ausreicht, um sich als Pro zu ernähren. Deshalb habe ich mich für die Trainerschiene entschieden.“

Zum Physiotherapeuten, als der Körper nicht mitmachte

Bereits als aktiver Profi absolvierte er von 2004 bis 2007 beim bayerischen Verbandstrainer Igor Arendt die Ausbildung zum Diplomgolflehrer. 2007 erwarb er die B- und C-Trainerlizenz, von 2008 bis 2009 arbeitete er bereits auf selbstständiger Basis als Golflehrer. Wie bei vielen anderen Golfern machte sein Körper jedoch nicht dauerhaft mit.

Richard Nömeier ging zur Physiotherapie in Amberg zu Dieter Hochmuth. Er ist der Gründer der European Association of Golf Physio Therapy & Golf Medical Therapy (EAGPT), die Golfern hilft, Bewegungsapparat und Schwung in Einklang zu bringen, um Verletzungen zu vermeiden oder Beschwerden zu überwinden. „Er erzählte mir von seinem Vorhaben und meinte, ich könne einen Kurs bei ihm belegen“, berichtet Nömeier. „Ein Jahr später wurde ich in der EAGPT selbst Referent und arbeite seitdem zusätzlich auch als Golf-Physio-Trainer.“

Der Liebe wegen wagte Richard Nömeier 2010 einen für einen „Bayernbub“ unerhörten Schritt: Er überquerte den Weißwurstäquator und zog ins hessische Idstein. In den folgenden drei Jahren arbeitete er als Golflehrer im Golfpark Idstein und im Golfclub Jakobsberg und wurde 2012 „Head Instructor Gesundes Golfen“ der EAGPT für Deutschland. Ein Jahr später machte er sich selbstständig, gründete die Golfschule Richard Nömeier im Golfclub Hofgut Georgenthal. Dem Thema ergonomisches Golfen blieb er dabei treu.

Richard Nömeier gibt auch Kurse an der Sporthochschule

„Durch meine eigenen Verletzungen habe ich begriffen, wie wichtig der richtige Schwung ist“, erzählt Nömeier, der selbst schon an den Knien operiert werden musste. „Bei meiner Arbeit als Golflehrer versuche ich, mit jedem Golfer und jeder Golferin den ganz individuellen und auf deren Bewegungsapparat und Physis abgestimmten Golfschwung zu formen.“ Inzwischen gibt Nömeier sogar Kurse an der Deutschen Sporthochschule in Köln, in denen es um optimale Bewegung geht.

„Man lernt dort, welche Fehlbewegung zu welchen Schmerzen und Beschwerden führt und mit welchen Einschränkungen man sie umgehen kann, um weiter Golf spielen zu können“, sagt Nömeier. Nicht ohne eigenes Risiko: „Ich habe mir allein durch das häufige Vormachen von Fehlbewegungen selbst Rückenprobleme zugezogen.“

2025 wechselte Richard Nömeier ganz nach Hofheim

2024 klopfte der Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne bei Richard Nömeier an und fragte, ob er nicht das DGL-Herrenteam als Trainer übernehmen wolle. In den Gesprächen mit dem Club habe er schnell das schlüssige Konzept erkannt, das mit vielen talentierten Eigengewächsen angestrebt wird, berichtet Nömeier. „Ich habe sofort zugesagt.“ Mit seinem neuen Team schaffte er auf Anhieb den Aufstieg in die Regionalliga. Im Februar 2025 wechselte Nömeier dann ganz von Georgenthal nach Hofheim, wo er hauptamtlich als einer von fünf Trainern arbeitet.

Geld spielte bei der beruflichen Veränderung nicht die entscheidende Rolle, betont Richard Nömeier: „Ich hatte finanziell lukrativere Angebote.“ Die Hauptgründe für seine Entscheidung seien der starke Zusammenhalt im Club, die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und das Potenzial des Teams gewesen. „Es sind viele Talente hier, mit denen man etwas aufbauen kann“, schwärmt Nömeier. 2025 hielt das Hofheimer Herrenteam als Neuling die Klasse – trotz einiger Abgänge. „Unser mittelfristiges Ziel ist die 2. Bundesliga“, sagt der Trainer ganz offen.

Verantwortlich ist Nömeier in Hofheim für die DGL-Herren, den Elitekader, den Fokuskader sowie zwei Jugendgruppen. Zudem gibt er Einzelunterricht für Spielerinnen und Spieler jeder Spielstärke. Der richtige Schwung ist dabei immer Nömeiers oberste Maxime. „Ohne Schmerzen ist die Freude am Golf viel größer“, sagt er. Arbeitslos könne er gar nicht werden, wenn man die große Zahl an Golfern mit falscher Schwungbewegung sehe.

Nicht jeder Schüler lässt sich auf Anhieb belehren

Mittlerweile liege das Verhältnis zwischen allgemeinen Golfschülern und denjenigen, die wegen der gesundheitlichen Komponente zu ihm kommen, bei 50:50. „Optimal ist es, den richtigen Schwung präventiv anzuwenden, damit Schmerzen gar nicht erst entstehen“, unterstreicht Nömeier. Wenn Golfer zu ihm kämen, die bereits gesundheitliche Probleme hätten, schicke er sie zunächst zum Arzt. „Danach müssen sie Physiotherapie absolvieren, erst anschließend kann man die Bewegung anpassen.“

Doch nicht jeder Schüler lässt sich auf Anhieb belehren. „Ich erinnere mich an einen Golfer, der zwei Jahre lang auf seinem gelernten Schwung bestand. Das habe ich akzeptiert. Nach einem Bandscheibenvorfall hat er es begriffen und seinen Schwung umgestellt. Wobei es schwieriger ist, den richtigen zu erlernen, wenn man jahrelang anders gespielt hat“, sagt Richard Nömeier.

Um den richtigen Schwung zu erlernen, kommen Golfer inzwischen von überallher zu ihm. „Manche für zwei, drei Tage, manche machen mit mir eine Golfreise“, erzählt Nömeier. Zweimal im Jahr geht er mit einer Gruppe für eine Woche nach Portugal auf Golfreise. Früher machte er regelmäßig zwei Wochen lang auf Mauritius Station. Den dortigen Golfplatz „Le Paradis“ nennt er neben dem spektakulären Karibik-Kurs Teeth of the Dog in der Dominikanischen Republik und dem Black Mountain GC in Thailand als seine weltweiten Lieblingsplätze. Den letztgenannten wird er in diesem Jahr auch seinen Reiseteilnehmern vorstellen.

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