StartArtikelNeuhofs Moritz Küls ist Deutscher Meister

Neuhofs Moritz Küls ist Deutscher Meister

Als Führender ging er auf die Schlussrunde und hielt dem Druck stand: Moritz Küls vom Golf-Club Neuhof gewinnt im Golfclub Teutoburger Wald die Deutsche Meisterschaft.

Moritz Küls Deutscher Meister Golf 2026
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Moritz Küls hat schon mehrere Siege eingefahren, aber der jüngste ist ohne Zweifel der bisher bedeutendste: Der 17-Jährige vom Golf-Club Neuhof gewinnt im Golfclub Teutoburger Wald die Deutsche Einzelmeisterschaft 2026 in der offenen Altersklasse. Küls ging als Führender in der letzten Gruppe auf die Finalrunde und hielt dem Druck stand. Mit 74 (+2), 70 (-2), 71 (-1) und letztlich 74 (+2) Schlägen war der Kaderspieler des Hessischen Golfverbands das Maß der Dinge. Vor Moritz Küls konnte mit Laura Fünfstück im Jahr 2017 bisher nur eine Spielerin des Golf-Club Neuhof die Deutsche Meisterschaft in der offenen Klasse gewinnen.

Küls hatte erwogen, auf einen Start zu verzichten

Kurios ist, dass Küls im Vorfeld sogar erwogen hatte, auf einen Start bei der Deutschen Meisterschaft zu verzichten. Im vergangenen Jahr hatte der Schüler der Frankfurter Begemannschule bei seiner ersten Teilnahme auf Anhieb den geteilten vierten Platz erreicht. In dieser Saison blieb Küls, abgesehen von seinem Sieg bei der Golfing Knights Junior Open auf dem Golfplatz Altenstadt, allerdings häufig hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Zuletzt verpasste er bei der Dutch Amateur Championship den Cut.

„Ich habe ein längeres Gespräch mit Moritz gehabt und ihm geraten zu spielen“, verrät Neuhofs Herren-Trainer Max Röhrig. „Der Sport ist, wie er ist und wir müssen lernen, das auszuhalten.“ Sich fehlendes Selbstvertrauen auf der Driving Range zu holen, sei nicht der richtige Ansatz. Zumal Moritz Küls in den vergangenen Wochen durchaus sehr gut trainiert habe. „Moritz hat die passende Einstellung: Er will einfach besser werden“, lobt Co-Bundestrainer Röhrig.

Küls: „Finalrunde bringt mir für meine Zukunft am meisten“

Die beste Runde, die Moritz Küls im Golfclub Teutoburger Wald gelang, war nicht nur vom Score her die zweite von vieren. „Da habe ich kein einziges Fairway verfehlt“, berichtet er. Und das hat auf dem anspruchsvollen Platz mit seinen vielen engen Schneisen und zahlreichen Bahnen mit Höhenunterschieden durchaus etwas zu bedeuten. „Für meine Zukunft wird mir wahrscheinlich die Schlussrunde am meisten bringen, weil sie mir gezeigt hat, dass ich nach einem schwachen Start noch stark zurückkommen kann“, so Küls.

Auf den ersten fünf Bahnen der Finalrunde spielte der Neuhöfer vier Bogeys. Nervosität und Anspannung dürften dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben. „Ich bin in die Deutsche Meisterschaft zwar wie in jedes andere Turnier gegangen, aber die große Aufmerksamkeit und die Präsenz einiger Kameras machen einem schnell klar, dass es hier um mehr geht als sonst“, sagt Küls. Mit einem Birdie auf Bahn sechs gelang ihm die Trendumkehr. Sein einziges Ziel sei es anschließend gewesen, auf seine beiden Mitspieler wieder Boden gutzumachen.

An Bahn 17 schaute Küls erstmals ins Livescoring

Erst auf Bahn 17 schaute Moritz Küls ins Livescoring, um zu sehen, wo er steht: einen Schlag hinter dem Führenden Luca Scheublein vom Golfclub Olching. Die Annahme, auf den letzten beiden Bahnen mindestens ein Birdie spielen zu müssen, um ein Stechen zu erreichen, hatte sich erübrigt, als Küls von Scheubleins Double Bogey auf Bahn 17 erfuhr. Nach zwei Pars auf den letzten beiden Löchern war Moritz Küls Deutscher Meister.

„Meine bisherige Saison hat nicht angekündigt, dass ich um den Titel mitspielen würde, aber es hat an diesem Wochenende einfach klick gemacht“, freut sich Küls. In der Amateurweltrangliste wird der Königsteiner vom aktuell 2266. Rang einen deutlichen Sprung nach oben machen. Zwei Schuljahre hat Küls noch bis zum Abitur, dann möchte er am liebsten an einem US-College Golf und Studium miteinander verbinden. Neben seinen Starts im DGL-Team des Golf-Club Neuhof und bei anderen Amateurturnieren spielte Küls in diesem Jahr schon dreimal auf der Pro Golf Tour. „Natürlich würde ich gerne Golfprofi werden, aber ich weiß, dass es dafür noch einige große Entwicklungsschritte braucht“, sagt der neue Deutsche Meister. Bei den Frauen siegte Leonie Breutigam vom Hamburger Golf-Club mit fünf Schlägen unter Par und damit sechs Schlägen Vorsprung auf die geteilten Zweiten Catharina Lohoff (Wannsee) und Luisa Hartmann (Aldruper Heide).

Die Ergebnisse der Golferinnen und Golfer aus Rhein-Main

Hinter Moritz Küls teilten sich Wannsees Arthur Alpay Akpinar und Luca Scheublein mit +2 den zweiten Platz. Das zweitbeste Ergebnis der Golferinnen und Golfer aus der Rhein-Main-Region gelang im Golfclub Teutoburger Wald Lukas Lange vom Frankfurter Golf Club, der geteilter Fünfter wurde (72, 73, 74, 74/+5). Frankfurts Tim Opderbeck (73, 77, 74, 73/+9) wurde geteilter 13. Bei den Frauen erreichte Frankfurts Deutsche Meisterin von 2023 Katharina Hesse den geteilten elften Rang (74, 72, 77, 75/+10), gefolgt von Teamkameradin Anouk Heinz (76, 75, 73, 75/+11) auf Platz 14 und Anjana Cordes (76, 75, 78, 74/+15) vom Golf-Club Neuhof auf dem geteilten 18. Rang.

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