Max Röhrig macht weiter von sich reden. Der 34-Jährige, der seine Ausbildung zum Golflehrer 2020 als Jahrgangsbester abgeschlossen hat und seit vergangenem Jahr das Zweitliga-Team des Golf-Club Neuhof trainiert, ist nun auch Co-Bundestrainer. Seit Anfang des Jahres ist Röhrig beim Deutschen Golf Verband (DGV) vor allem für die jungen deutschen Tourspieler auf der Challenge Tour zuständig. „Für mich ist das eine große Ehre“, sagt er, der einst selbst auf Europas zweithöchster Tour aktiv war.
Erster offizieller Einsatz demnächst in Südafrika
In seiner Funktion als Co-Bundestrainer reist Max Röhrig demnächst mit mehr als einem Dutzend Spielern für einen Trainingslehrgang nach Südafrika, wo am 29. Januar die Saison der HotelPlanner Tour (so der aktuelle Name) beginnt. „Das Jahr wird sicher nicht weniger stressig als das vergangene, aber mich macht die zusätzliche Aufgabe sehr glücklich“, sagt Röhrig. Die Neuhof-Herren gewannen 2025 ihre Zweitliga-Gruppe und verpassten – mit ihm als Spielertrainer – den Aufstieg erst im Relegationsspiel gegen den Golfclub Am Habsberg.
Jochen Nachtwey, Präsident des Golf-Club Neuhof, sieht sich im Aufstieg des jungen Herren-Coaches bestätigt: „Es unterstreicht, dass wir mit Max einen Top-Trainer haben.“ Der DGV agiere clever, wenn er sich Röhrigs Erfahrung zunutze mache. „Max ist einer, der aus eigenem Erleben erklären kann, wie man auf der Tour den Ball haut“, sagt Nachtwey. Wenn Röhrig als Co-Bundestrainer im Einsatz ist, steht er gleichwohl nicht dem Golf-Club Neuhof zur Verfügung – das weiß auch der Präsident. „Ich sehe das trotzdem positiv, weil Max daran wächst, sich weiterbildet, und das kommt auch unserem Club zugute, in dem ein paar Spieler die Tour als Ziel haben“, sagt Nachtwey.
Röhrig ist als Jugendtrainer des Jahres nominiert
Für seine erfolgreiche Arbeit im Golf-Club Neuhof ist Max Röhrig gemeinsam mit Trainerkollege Martin Keskari bereits zum zweiten Mal in Folge bei den PGA Awards 2025 der PGA of Germany für den Titel „Jugendtrainer des Jahres“ nominiert. Das Nachwuchs- und Leistungssportkonzept, das die beiden jungen Golflehrer und ehemaligen Tourspieler in Dreieich verfolgen, hat den beiden Zweitliga-Teams des Clubs (Herren und Damen) bereits einen beachtlichen Unterbau beschert. Am 20. Februar werden die PGA Awards 2025 in Kassel vergeben.

Diese Auszeichnung würde sich bei Co-Bundestrainer Max Röhrig zu einer imposanten Sammlung von Titeln gesellen, die er als Spieler geholt hat. Auf der Pro Golf Tour gewann er gleich mehrere Turniere, als Amateur wurde er 2014 in St Andrews Vize-Europameister. „Das ist für mich sportlich der größte Moment meiner Karriere“, sagt Röhrig ohne zu zögern. „Das bedeutet mir mehr als irgendein geschaffter Cut während meiner Profizeit.“
Co-Bundestrainer Max Röhrig war mit 18 Nationalspieler
Da alle in Röhrigs Familie Golf spielen, war es kein Wunder, dass er bereits mit fünf Jahren in Braunfels zum ersten Mal einen Golfschläger in den Händen hielt. Und das schnell so gut, dass er als 12-Jähriger im Hessenkader stand und zwei Jahre später zum Jugendnationalspieler wurde. Mit dieser Perspektive war der Wechsel zum Frankfurter Golf Club folgerichtig. Ebenso wie die weiteren Stationen: Spieler in der Ersten Bundesliga und mit 18 in der Herren-Nationalmannschaft. Vier Jahre trug er das Trikot mit den deutschen Farben, wurde unter anderem internationaler Französischer Meister und war zeitweise die Nummer fünf der Amateur-Weltrangliste.
Mit den Erfolgen als Amateur kam der Gedanke an eine Karriere als Golfprofi auf. Ein Schritt der gut vorbereitet sein sollte, rät Röhrig: „Die Menschen im Umfeld sind wichtig als Rückhalt, man braucht finanzielle Unterstützung, im Idealfall Sponsoren und eine Managementagentur. Und man sollte länger als nur für eine Saison kalkulieren.“ Das alles war bei ihm der Fall. Mit der Rückendeckung durch den DGV führte ihn sein Weg über das Golf Team Germany ins Profilager.
Eine Verletzung stoppt Tourspieler Röhrig mit 26
Dort sein erstes Turnier, Tee 1, tausende Zuschauer: Es sei mit keiner Erfahrung vergleichbar, die er vorher gemacht habe, beschreibt Röhrig seine Gefühle als damals 23-Jähriger. Mit mehr Erfahrung komme der Spaß, aber auch die Einsamkeit. „Du bist plötzlich auf dich allein gestellt. Der Druck ist groß und man muss ihn aushalten können.“ Pro Golf Tour, Challenge Tour, European Tour – mehr als drei Jahre ist Röhrig dort unterwegs. Dann, Anfang 2017, im Alter von 26 Jahren, wirft eine schwere Verletzung alles um.
Nach einem Riss im Syndesmoseband folgt eine monatelange Pause, Reha, Komplikationen, kaum Besserung. Viel Zeit nachzudenken: Wie geht es weiter, mutig in eine ungewisse Zukunft als Profi, oder besser einen anderen Schritt gehen? Röhrig entscheidet sich für eine Ausbildung als Golflehrer in Kiel, die er – wie gesagt – als Jahrgangsbester der PGA of Germany erfolgreich abschließt.
„Große Euphorie ist bei Max garantiert“
„Es gibt nur wenig, was Max lieber macht, als selber Golf zu spielen“, hat sein Ausbilder bei der PGA, Martin Hasenbein, über Röhrig gesagt. Allerdings habe die Rolle als Trainer und insbesondere die Aufgabe als Nachwuchstrainer einen sehr hohen Stellenwert in Röhrigs Entwicklung bekommen. „Egal mit wem Max es zu tun hat – große Euphorie und hundertprozentiger Einsatz sind garantiert“, so Hasenbein anerkennend.

Das Jugendleistungskonzept, das Hasenbein, Röhrig und Keskari in Neuhof entwickelt haben, setzt auf ein hochqualifiziertes und großes Trainerteam und auf Wettkampfbegleitung. Sehen, was ein Spieler auf dem Golfplatz macht, und dies im Training nachbereiten – darum geht es. Da der neue Co-Bundestrainer Max Röhrig selbst auf hohem Niveau gespielt hat, kann er auch in der Vorbereitung seine Erfahrungen weitergeben, was alles auf der Runde passieren kann.
Ist er lieber Spieler oder Trainer? Vor zwei Jahren hat Max Röhrig noch lange überlegt und dann geantwortet: lieber Spieler. „Denn die Emotionen, die ich als Spieler erlebt habe, hatte ich als Trainer noch nicht.“ Könnte sein, dass sich das bald ändert.
















