Wirklich zu vergleichen ist er nicht, der Sieg beim Auftaktevent der Rose Ladies Series 2026, mit dem ersten Triumph auf der Ladies European Tour (LET), den Laura Fünfstück im vergangenen Jahr feierte. Und doch ist der erste Platz, den die Profigolferin aus dem Golf-Club Neuhof am Montag im West Lancashire Golf Club nahe Liverpool errang, ein weiterer Beweis für die golferische Klasse der 31-Jährigen. Neben einigen LET-Spielerinnen treten bei den insgesamt fünf Ein-Tages-Turnieren auch manche von Englands Top-Amateurinnen an. Nach einer 69er-Runde (3 Schläge unter Par) lag Laura Fünfstück am Montag gleichauf mit Kelsey Macdonald und Rebecca Earl. Im Stechen sicherte sich die Hessin gleich am ersten Extraloch mit einem Birdie den Sieg und ein Preisgeld von 10.000 britischen Pfund.
Fünfstück plant eine reduzierte LET-Saison 2026
„Jetzt können wir den schönen Kinderwagen kaufen“, war die erste Reaktion von Fünfstücks Frau Rosie Davies. Die Engländerin ist schwanger. Davies und Fünfstück erwarten im Juli Nachwuchs: einen Sohn. „In unseren Vorbereitungen mussten wir feststellen, dass die schönen Babysachen ganz schön teuer sind“, sagt Fünfstück. Da kommt der Scheck für den Sieg bei der Rose Ladies Series ganz recht. Zumal Fünfstück mit Blick auf den eigenen Nachwuchs in diesem Jahr ohnehin weniger Turniere spielen möchte. „Wenn man ein Kind bekommt und nie da ist, dann kann man es auch gleich lassen“, sagt sie.
Auf der Rose Ladies Series, die Englands Ryder-Cup-Held Justin Rose 2020 gemeinsam mit seiner Frau Kate ins Leben gerufen hat, plant Fünfstück noch zwei weitere Starts. Dann wartet auf sie ein Heimspiel: das Amundi German Masters vom 14. bis 17. Mai in Green Eagle südlich von Hamburg. „Da werden auch meine Eltern dabei sein“, berichtet Fünfstück, „meine Mutter wie im vergangenen Jahr als mein Caddie“.
Titelverteidigung bei PIF London Championship?
Ob und in welcher Form Wahl-Londonerin Fünfstück Anfang August zur Titelverteidigung bei der PIF London Championship antreten wird, ist dagegen noch unklar. „Das hängt davon ab, wie es Rosie nach der Geburt geht und wie es mit dem Kleinen läuft“, sagt sie. Bei ihrem 115. Start auf der LET hatte Fünfstück im vergangenen Jahr im Centurion Club nordwestlich von London ihren ersten Profisieg gefeiert und dafür mehr als 190.000 Euro an Preisgeld bekommen. In der „Order of Merit“ lag die gebürtige Langenerin am Saisonende auf Rang 24 – und sicherte sich damit weiterhin ein volles Spielrecht.

Die Regularien der LET kommen Fünfstück und Rosie Davies nun entgegen: Bekommt man ein Kind, wird die Tourkarten-Kategorie für die kommende Saison eingefroren, sofern man nicht mehr als zehn Turniere spielt. „Ob ich dann 2027 wieder eine ganze Saison spielen werde oder 2028, steht noch nicht fest und hängt auch davon ab, ob wir unseren Sohn mitnehmen können“, erklärt Fünfstück.
Fünfstück: „Gute Ergebnisse vielleicht nur um die Ecke“
Der Start in die LET-Saison 2026 sei – abgesehen vom jetzigen Sieg bei der Rose Ladies Series – für sie eher ärgerlich verlaufen. „Ich hatte viele Ergebnisse, die nicht das widergespiegelt haben, wie ich performe“, sagt Fünfstück. Bei zwei von vier Events verpasste sie den Cut. „Ich habe eigentlich echt viel trainiert und das Gefühl, dass mein Spiel in vielen Bereichen auf dem richtigen Weg ist. Die guten Ergebnisse sind vielleicht nur um die Ecke.“
Ob Fünfstücks Frau Rosie Davies nach der Geburt noch einmal auf der LET spielen wird, ist laut Fünfstück nicht sicher. „Es ist nichts ausgeschlossen, aber Rosies Prioritäten lagen zuletzt eher abseits des Platzes“, verrät sie. Gemeinsam mit einem Geschäftspartner habe Davies eine Art Fonds für Start-ups geschaffen. Außerdem träume Davies davon, eine Marke für Golfmode zu entwickeln.
















