Der Platzrekord sagt eigentlich alles: 71 Schläge (1 unter Par). Die 18 Bahnen des Mainzer Golfclubs ist selbst oder gerade für Scratchgolfer eine große Herausforderung. Zumal von den hinteren Abschlägen, von denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einzelmeisterschaft des Golfverbands Rheinland-Pfalz/Saarland am Samstag und Sonntag spielten. Doch um ein Haar hätte Maximin Felix Friederich bei der Landesmeisterschaft die Bestmarke in seinem Heimatclub unterboten. Auf Bahn 18 blieb ihm in seiner dritten Runde ein Putt zum Par – und damit zur 70. Zwar benötigte der 16-jährige Schüler dann drei Putts und ärgerte sich maßlos über das finale Double Bogey, aber Friederich (80, 75, 72/+11) gewann das Turnier dennoch mit sechs Schlägen Vorsprung auf Florian Ferger (73, 84, 76/+17) von der Golfanlage Landgut Dreihof. Bei den Frauen siegte Marie Martin (79, 84, 83/+30) vom Golfpark Bostalsee vor der Mainzerin Michelle Wöhler (88, 79, 90/+41).
Maximin Friederich jetzt in der Amateurweltrangliste
Für Maximin Felix Friederich war es eine Premiere. „Ich habe zuletzt zwar schon an weit hochkarätiger besetzten Turnieren teilgenommen, aber ich freue mich sehr, dass ich mit diesem Sieg in die Amateurweltrangliste aufgenommen werde“, so der neue Landesmeister von Rheinland-Pfalz/Saarland. „Maximin hat als Vierjähriger seine ersten Schläge bei uns gemacht und ist das wahrscheinlich größte Talent, das wir aktuell hier in Mainz haben“, betont Geschäftsführer Stefan Kirstein.
Tourspieler und PGA-Assistent Christian Bräunig sagt über seinen Schützling: „Maxi entwickelt sich super, ist einer der Fleißigsten, die ich kenne, und sehr kritisch mit sich selbst, vielleicht manchmal sogar etwas zu kritisch.“ Friederich, der ein Handicap von -0,2 hat, zählte in diesem Jahr bereits zum festen Stamm des Mainzer DGL-Teams.

„Die rund 50 Turnierrunden in diesem Jahr sind ein bisschen viel, aber ich möchte unbedingt Tourspieler werden“, sagt er, der die Sportklasse einer Mannheimer Schule besucht. Als Nächstes steht für ihn am 10. und 11. Oktober noch das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der AK 18 im Kurhessischen Golfclub Oberaula an. „Da sind einige gute Teams am Start, aber ich denke, dass wir eine Chance haben, unter den ersten fünf zu landen“, blickt Friederich voraus.
Marie Martin: Duales Studium im Golfpark Bostalsee
Die neue Landesmeisterin Marie Martin ist ebenfalls eine Vielspielerin. Für sie geht es gleich am Tag nach ihrem Erfolg weiter mit einer Proberunde im Golf de Kempferhof bei Straßburg, wo sie anschließend an einem Turnier der Global Junior Golf Tour teilnimmt. Seit vergangenem Oktober absolviert die 19-Jährige ein duales Fernstudium an der Düsseldorfer IST-Hochschule und arbeitet im Clubmanagement des Golfparks Bostalsee. „Ich habe mich bewusst gegen Collegegolf entschieden, obwohl ich mehrere Anfragen von Coaches hatte“, erklärt Martin.

Schließlich konnte die Saarländerin 2023 in Irland das prestigereiche „Champion of Champions“-Einladungsturnier in der Altersklasse unter 19 Jahren gewinnen. Hinzu kommen mehrere Siege bei Global Junior Golf, für die Marie Martin inzwischen im Bereich Social Media aktiv ist. Statt Siegen, sagt sie, zähle sie ihre Top-3-Finishes bei Turnieren. Ihr erster Landesmeistertitel („Vorher habe ich nie mitgespielt“) sei ihre mittlerweile 121. Top-3-Platzierung.

Über die Aussagekraft des Titels lässt sich in diesem Jahr indes streiten, blickt man auf das überraschend kleine Teilnehmerfeld von nur 30 Spielerinnen und Spielern. Bei den Männern fehlten unter anderem der Mainzer Collegegolfer Marco Wöhler (zurück in den USA) und Rheinhessens Fredrik Adolf (Teilnahme an der zeitgleich stattfindenden IAM). „Wir werden uns etwas überlegen, um den Wettbewerb im kommenden Jahr wieder für eine größere Gruppe attraktiv zu machen“, kündigte Steve Paul Thiel bei der Siegerehrung an.















