StartArtikelIn acht Golfrunden durch die Nacht

In acht Golfrunden durch die Nacht

Mit dem RUFF Midnight Masters ist der Traum einiger Golferinnen und Golfer wahr geworden: eine ganze Nacht durchspielen. Die Sieger wollten morgens lieber ins Bett als den Pokal.

RUFF Midnight Masters
Anzeige

Um 5 Uhr war die Schlacht geschlagen. Nach sieben Stunden, acht Runden Golf, viel Kaffee und Energydrinks endete das erste RUFF Midnight Masters in Dreieich am frühen Sonntagmorgen. Die Sieger, das Team von Jonathan Berk und seinen Freunden Leon und Yannick, verzichtete auf die Siegerehrung – zu groß war ihr Bedürfnis nach Schlaf. Verdiente Ruhe nach einem beeindruckenden Netto-Ergebnis von 119 Schlägen unter Par. „Das war ein strammes Programm mit acht Runden in sieben Stunden“, berichtet Jonathan Berk am Sonntagnachmittag. „Aber der Zeitdruck hat es interessant gemacht.“ Ein Indoorgolf-Turnier durch die Nacht sei eine tolle Idee, so Berk, und es hätte aus seiner Sicht nicht besser umgesetzt werden können.

RUFF Midnight Masters war sofort ausgebucht

Für Alexander Hüge, den Inhaber von RUFF Golf in Dreieich, und sein Team war das Midnight Masters eine Premiere. Die Indoorgolf-Lounge schließt normalerweise um 22 Uhr. „Einer unserer Stammkunden war so traurig darüber, dass Schluss war, dass er ein Nachtturnier angeregt hat“, sagt Hüge. Zwei, drei Tage nach der Ankündigung des ersten RUFF Midnight Masters sei das Event bereits ausgebucht gewesen. Zu dem Team-Wettbewerb in sechs Simulator-Boxen traten mehr als ein Dutzend Golferinnen und Golfer an – teils sogar mit Anreise aus München und der Schweiz.

Manche starteten als Zweier-, andere als Dreier-Team in die Herausforderung, acht Runden Golf mit möglichst wenig Schlägen im Verhältnis zum Team-Handicap zu absolvieren. Wer wie häufig schlägt – oder schläft – war dabei den Teams selbst überlassen. Max Knust und Sebastian Dibelius setzten zum Start auf die wechselnde Einnahme von frisch gezapftem Bier und Energydrinks. „Das Bier, um locker zu schwingen, den Energydrink, um wach zu bleiben“, erklärte Knust kurz nach Turnierstart um 22.30 Uhr. Dann feuerte er auf Bahn 3 der Lofoten Links einen Drive von 272 Metern raus – gut 15 Meter hinter das Grün des Par-4-Lochs.

Für alle Fälle eine Matratze neben der Simulator-Box

Marko Weser vom Golfpark Idstein und sein Mitspieler Daniel Dreise aus München versuchten es mit Naturradler als Proviant. Für alle Fälle schleppte Weser irgendwann nach Mitternacht eine mitgebrachte Matratze vom Auto in den Gang neben die Simulatorbox. „Ich habe sogar Ohrstöpsel dabei“, sagte er, machte von beidem letztlich aber keinen Gebrauch. „Es gab ein paar Teilnehmer, die vorgesorgt haben, um sich hinzulegen“, erzählt Bianca Katzer von RUFF Golf, die ab 2 Uhr nachts die Organisation von Alexander Hüge übernahm. „Tatsächlich geschlafen hat aber niemand.“

Daniel Barry und Benjamin Träder, beide vom Golf Sport Park Groß-Zimmern, hatten sich vorab als Taktik lediglich bereitgelegt, ihren Mitspieler Manuel Binus daran zu hindern, alle Schläge des Turniers zu machen. Gleichzeitig bewunderten sie den besten Golfer ihres Teams (Handicap 10,1) für dessen Verbissenheit im sportlichen Wettkampf. „Das könnte tief in der Nacht ein Vorteil für uns werden“, so Träder.

18 Schläge Vorsprung für die Sieger

Lofoten Links, Seignosse, Jumeirah, Hualalai, Bay Harbor, Teeth of the Dog, Old Head und Crans-sur-Sierre – für diese Golfplätze aus aller Welt brauchten Jonathan Berk und sein Team in Summe 799 Golfschläge. Damit blieben sie 119 Schläge unter ihrer Spielvorgabe und lagen am Sonntagmorgen 18 Schläge vor den Zweitplatzierten Max Knust und Sebastian Dibelius. Lediglich eines der sechs Teams schaffte es nicht ins Ziel.

„Wenn ich an unser erstes RUFF Midnight Masters denke, dann muss ich schmunzeln“, sagt Alexander Hüge. Zu sehen, mit wie viel Freude und Genuss die Teilnehmer sich durch die Nacht geschlagen haben, lasse ihn ein durchweg positives Fazit dieser außergewöhnlichen Veranstaltung ziehen. Die zweite Auflage des Turniers sei mit dem 11. April schon terminiert – und ausgebucht.

„Einen wirklichen Tiefpunkt haben wir nicht erlebt“, sagt Jonathan Berk. Klar, hätten sich am sehr frühen Morgen auch ein paar schusselige Fehler eingeschlichen. „Es ist unmöglich, die Konzentration über eine so lange Zeit hochzuhalten“, so der Spieler aus dem Siegerteam. Beigetragen zum Erfolg habe die gute Kaffeemaschine der RUFF Golf-Bar. „Unseren Pokal holen wir uns zeitnah ab“, kündigt Berk an. „Spätestens nächste Woche bin ich sowieso wieder da.“

Anzeige
Anzeige

Angebote aus den Golfclubs