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Anpfiff zum Abschlag

Golfspielen im Fußballstadion: In der Mainzer MEWA Arena hat das mittlerweile Tradition. Mainz 05 und Mainzer Golfclub luden Clubmitglieder und Partner zu einem ganz besonderen Turnier.

Golf in der MEWA Arena von Mainz 05
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Fußballer, die leidenschaftlich Golf spielen, gibt es viele. Aber Fußballstadien, in denen Golf gespielt wird? In Mainz hat das mittlerweile sogar Tradition. Bereits zum fünften Mal veranstalteten der 1. FSV Mainz 05 und der Mainzer Golfclub am Donnerstagabend in der MEWA Arena ein After-Work Golfen. Von einer Ecke des Stadions aus in den Mittelkreis des Rasens pitchen – das mag sich manch golfender 05er-Fan beim Stadionbesuch schon einmal ausgemalt haben. Für rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde dieser Traum nun wahr.

Stadiongolf-Event war in Windeseile ausgebucht

Das spektakuläre Event sei einmal mehr in Windeseile ausgebucht gewesen, berichtet der Mainzer (Golf-)Sportdirektor Thomas Binger. Schließlich wartete neben einer Stadionführung auch ein spannender Wettbewerb, an dem unter anderem auch Mitglieder des 05er-Businessclubs und Spielerinnen aus dem Frauen-Bundesliga-Team der 05er teilnahmen. Chippen im Aufwärmraum neben der Mannschaftskabine, ein Pitch von der Auswechselbank zum Anstoßpunkt, Dartgolf direkt vor der Tribüne und Fußballgolf in der Mixed-Zone – Fußballverein und Golfclub haben sich eine Menge einfallen lassen, um ihre Gäste herauszufordern.

„Wir können diese Veranstaltung gut gebrauchen, um nach dem Debakel in Bochum den Kopf wieder frei zu bekommen“, sagte der Mainzer Marketing-Vorstand Jochen Röttgermann in seiner Begrüßung. Golfclubmanager Stefan Kirstein zeigte sich erleichtert, dass der Gastgeber das Pokalaus höchstselbst thematisierte: „Ich habe geschworen, dass ich ein guter Gast bin und das Ergebnis nicht anspreche.“

Titelverteidiger Frank Brunswig wieder am Start

Mit dabei in der im Flutlicht erstrahlenden MEWA Arena war auch Titelverteidiger Frank Brunswig. Der 56-jährige Gastronom und Koch setzte sich im vergangenen Jahr in einem finalen Shootout nervenstark unter den besten sechs Teilnehmern durch. Ein Sieg unter Druck, mit dem sich Brunswig nebenbei in der golferischen Familienhierarchie stolz vor Bruder und Golf-Enthusiast Uli schob.

„Es gibt eine enge Verbindung zwischen Mainz 05 und dem Mainzer Golfclub“, betonte Jochen Röttgermann. Er selbst ist ein gutes Beispiel dafür. „Ich bin Mitglied im Golfclub, komme aber vor lauter Arbeit leider viel zu selten dazu, auf diesem wunderschönen Flecken Erde zu spielen.“ Prominentester Golfer unter den 05ern dürfte Cheftrainer Urs Fischer sein. Und wenn der Verein jedes Jahr im Sommer zu seinem offiziellen Golfturnier nach Budenheim einlädt, dann sind die Startplätze immer schnell vergriffen.

Tina Krieger, Golferin und 05er-Fan, war zum ersten Mal beim Stadiongolfen am Start und mit Feuereifer dabei. Vor allem beim Schlag in den Mittelkreis konnte sie punkten, aber auch beim Dartgolf machte sie eine gute Figur. „Mit Urs Fischer eine Runde Golf zu spielen, wäre für mich ein absoluter Traum“, sagte sie. „Der würde mich mit seiner ruhigen, abgeklärten Schweizer Art wahrscheinlich abziehen.“

In der Mixed-Zone flogen die Fußbälle kreuz und quer

Die schwierigste Übung des Abends war zweifellos der Schuss mit einem Fußball über eine Rampe in einen Metallkorb. Wo sonst in der Mixed-Zone die Sportpresse mit Fragen auf die ausgepowerten Spieler wartet, flogen an diesem Abend die Bälle kreuz und quer. Am traditionellen Shootout um den Sieg nahm kurzerhand per Wildcard auch Sportdirektor Niko Bungert teil – der mit seiner Platzreife durchaus nicht zu unterschätzen ist.

Bei einem Sporttalk hatte er zuvor Rede und Antwort zur aktuellen Situation der Mainzer Mannschaft und des Vereins gestanden. „Vor 30 Jahren hätte sich wohl kaum einer vorstellen können, dass wir heute hier in einem Stadion sitzen, das einige Millionen gekostet hat, Platz für mehr als 30.000 Zuschauer bietet und so gut wie immer ausverkauft ist“, zeigte er sich von der Entwicklung des Vereins begeistert. Bungert traf aber nicht nur den richtigen Ton. Tatsächlich traf der frühere Führungsspieler und Mannschaftskapitän aus rund 80 Metern Entfernung aus einer Ecke des Stadions auch zielsicher das Transparent im Mittelkreis. Damit sorgte er für großen Jubel unter allen Teilnehmern.

Schülerin Emilia von Rauner zielte am genauesten

Der genaueste Schlag bei drei Versuchen aber gelang Emilia von Rauner. Ihr Ball kam fast am Anstoßpunkt zur Ruhe. „Ich bin zum dritten Mal dabei gewesen, aber zum ersten Mal im Finale und daher auch ein bisschen nervös“, verriet die 18-jährige Schülerin aus Geisenheim. Für ihren Sieg bekam die Mainzer Clubmeisterin VIP-Tickets für ein Heimspiel in der Mainzer MEWA Arena. Alle anderen Finalisten nahmen Wein mit nach Hause. Und wer es diesmal nicht ins Shootout geschafft hat, dem bleibt nur die Anmeldung für die sechste Auflage des After-Work Golf im Stadion. Mitglied im Mainzer Golfclub oder 05er-Businessclub sollte man sein – und schnell.

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