Ob historisch, modern oder besonders naturnah: Kurzplätze sind ideale Trainingsanlagen für das kurze Spiel – und damit ein perfekter Hebel für die Verbesserung des Handicaps. Im Idealfall ist ein Kurzplatz anspruchsvoll und abwechslungsreich gestaltet, quasi ein vollwertiger Golfplatz im Kleinformat. Mitte Fairway hat fünf Anlagen ausgewählt, die in der Rhein-Main-Region auf ihre Weise Maßstäbe setzen.
Der Bedeutendste – Old Course, Royal Homburger Golf Club

Der Old Course im Bad Homburger Kurpark ist kein gewöhnlicher Kurzplatz, sondern ein wahres Stück Golfgeschichte. Hier spielten ab 1889 gekrönte Häupter aus aller Welt – auf Deutschlands erstem Golfplatz. Von den einst 18 Bahnen sind heute nur noch sechs vorhanden. Aber eine Runde auf dem Old Course des Royal Homburger Golf Club bleibt ein Erlebnis für jede Golferin und jeden Golfer – egal ob Neuling oder Handicap null. Wer hier, auf einem der bedeutendsten Golfplätze Deutschlands, nur auf die Meter schaut, unterschätzt den Platz. Die Bahnen mögen mit 56 bis 120 Meter kurz sein. Kleine Grüns, geschickt platzierte Bunker und die Kronen alter Baumriesen machen sie allerdings selbst für Professionals zu einer Herausforderung. Das zeigt jedes Jahr aufs Neue der Old Course Cup von Mitte Fairway.
Wer die sechs Bahnen mit „Even Par“ oder sogar besser meistert, kann sich mit seinem kurzen Spiel wahrlich sehen lassen. Für Zuschauer ist gesorgt, da der Platz von Parkwegen gesäumt wird. Die Kulisse inmitten des Kurparks, der alte Baumbestand und das anspruchsvolle Design verleihen diesem Kurzplatz einen ganz besonderen Charakter. Spielvoraussetzung sind Platzreife und Handicap. Das Greenfee für 18 Löcher beträgt wochentags 20 und am Wochenende 25 Euro.
Der Vielseitigste – Golf-Club Main-Taunus

Der Kurzplatz des Golf-Club Main-Taunus ist im besten Sinne überschaubar, steckt aber voller Abwechslung. Gleich die erste Bahn verlangt einen präzisen Schlag über einen Teich – ein anspruchsvoller Auftakt für sechs Löcher zwischen 43 und 78 Metern Länge. Abgeschlagen wird von großzügigen Kunstrasenmatten. Mehrere gut platzierte Bunker, modellierte Grüns und zahlreiche Schräglagen sorgen dafür, dass hier nahezu jede Kurzspiel-Situation trainiert werden kann. Gleichzeitig wirkt die von Architekt Christian Althaus entworfene Anlage mit ihrem großen zentralen Grün und den neu angelegten Bäumen erstaunlich großzügig.
Anfänger lernen hier schnell, dass Golf weit mehr ist als ein guter Schwung. Erfahrene Spieler können wiederum ihr Wedge-Spiel unter realistischen Bedingungen schärfen. Der modernste und sicher vielseitigste Kurzplatz der Rhein-Main-Region. Spielvoraussetzung: Mindestens ein Spieler pro Flight muss im Besitz der Platzreife sein. Das Greenfee für 18 Löcher beträgt wochentags 20 und am Wochenende 25 Euro.
Der Realistischste – Kiawah Golfpark Bachgrund

A walk in the park – so fühlt sich eine Runde auf dem 9-Loch-Kurzplatz des Kiawah Golfpark Bachgrund an. Die ersten drei Bahnen beginnen noch recht harmlos, eben und unspektakulär. Für Beginner ist das aber kein Nachteil. Die weiteren Löcher sind wahre Augenweiden, da sich zwischen den Bahnen mehrere schilfgesäumte Wasserhindernisse befinden. Klar: Hier kann schon mal der ein oder andere Ball verloren gehen. Aber das motivierende Moment überwiegt bei diesem liebevoll gestalteten Kurzplatz. Der Pflegezustand der Grüns ist selbst im trockenen Sommer meist bemerkenswert.
Zwar gibt es hier keine Bunker, doch die Bahnen haben teils anspruchsvolle Grüns und klare Konturen. Dass obendrein vom Rasen – und nicht von Matten – abgeschlagen wird, macht diesen Kurzplatz zur realistischsten Miniatur eines echten großen Golfplatzes. Eine Platzreife als Spielvoraussetzung wird nicht verlangt, was diesen Kurzplatz gerade für Golfinteressenten attraktiv macht. Das Greenfee für 18 Löcher beträgt wochentags 20 und am Wochenende 25 Euro.
Der Herausforderndste – Mainzer Golfclub

Das Besondere am Kurzplatz im Mainzer Golfclub ist das schöne parkähnliche Areal, in das seine sechs Bahnen eingepasst sind. Die Löcher mögen mit 39 bis 73 Meter ausgesprochen kurz sein. Die Höhenunterschiede zwischen Abschlag und Grün sowie zahlreiche kapitale Bäume machen aber zum Teil kreative und sehr exakte Schläge notwendig. Tiefe Bunker und Grüns mit Gefälle: Dieser Kurzplatz ist weit mehr als ein Extrastück Wiese für Anfänger. Auch Fortgeschrittene müssen auf diesen Par-3-Bahnen erst einmal das Par spielen. Insofern handelt es sich um einen perfekten Ort für das gemeinsame Spiel von guten Golfern und solchen, die es noch werden wollen.
Allein die schattige Lage mancher Bahn erschwert die Rasenpflege und macht das Abschlagen von Matten notwendig. Es wird keine Mitgliedschaft und keine Platzreife benötigt. Der Preis für eine Tageskarte variiert je nach Rundenzahl und Jahreszeit zwischen 10 und 20 Euro.
Der Vollkommenste – Golf-Club Neuhof

Der 6-Loch-Kurzplatz des Golf-Club Neuhof ist genau genommen ein 18-Loch-Platz. Denn jede der sechs Bahnen verfügt über drei verschiedene Tee-Boxen. Spielt man drei Runden, ist also auf ein und derselben Bahn jeweils eine andere Distanz zu überwinden bzw. ein anderer Schlag gefragt. Die Löcher sind zwischen 40 und 120 Meter lang. Deshalb sind sie selbst bei den Spitzenspielerinnen und -spielern des Clubs äußerst beliebt, um das Kurzspiel zu trainieren – zumal von Rasen-Tees abgeschlagen wird.
Die fünfte Bahn dürfte (gemeinsam mit Bahn 6 im Bad Homburger Kurpark) optisch und spielerisch das Beste sein, was es auf einem Kurzplatz in der Rhein-Main-Region zu erleben gibt: Ein großes Wasserhindernis mit hübscher Uferwand liegt auf direkter Linie zwischen Abschlag und Grün und verschluckt jeden zu kurz geratenen Ball. Dieses Loch macht nicht nur auf Anfänger Eindruck. Definitiv das Signature-Hole auf dem Neuhöfer Kurzplatz, was ihn im Zusammenspiel mit den übrigen, leichteren Bahnen vollkommen macht. Spielvoraussetzung ist eine Platzreife. Im Greenfee von 25 Euro (30 Euro von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen) ist die Rangefee des Golf-Club Neuhof inbegriffen.
















