StartArtikelGolf-Club Main-Taunus ist jetzt Erstligist

Golf-Club Main-Taunus ist jetzt Erstligist

Erstmals in der Clubgeschichte spielt der Golf-Club Main-Taunus 2027 in der Ersten Deutschen Golf Liga. Im Aufstiegsspiel schlug das Herren-Team Hannover 7:5.

Golf-Club Main-Taunus Aufstieg
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Es lief für das Herren-Team des Golf-Club Main-Taunus wie immer in dieser Saison: knapp. Im Aufstiegsspiel zur Ersten Deutschen Golf Liga (Gruppe Nord) gegen den Golf-Club Hannover brachte erst die vorletzte Partie die Entscheidung – und natürlich erst auf dem 18. Loch. Mit einem Lochgewinn auf der letzten Bahn teilte Tom Klapproth sein Match gegen Hannovers Atharv Sharma und holte damit den entscheidenden halben Punkt zum 6,5 und damit zum Aufstieg. Die Wiesbadener waren als Aufsteiger in die Zweitligasaison gestartet und haben einen Durchmarsch hingelegt. Erstmals in der Clubgeschichte spielt der Golf-Club Main-Taunus nun 2027 in der Ersten Bundesliga.

Alles offen: 2:2 nach den klassischen Vierern

In vier klassischen Vierern und acht Einzeln auf dem Platz des Hamburger Golf-Club Falkenstein boten sich der Golf-Club Main-Taunus und dem Golf-Club Hannover ein spannendes Duell um den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Nach den morgendlichen Vierern stand es noch 2:2. Kenji Nakajima und George Brewer gewannen ihre Partie mit 2&1, Tom Klapproth und Max Vincent Steinmüller setzten sich mit 1 auf durch. In den anderen beiden Vierern hatten auf Wiesbadener Seite Maximilian Schad und Frederik Voß sowie Philipp Brunner und Eric Lotz jeweils mit 1 down das Nachsehen.

Weitere Punkte zum Aufstieg sammelten in den Einzeln am Nachmittag Maximilian Schad (2 auf), Frederik Voß (3&2), Kenji Nakajima (4&3), George Brewer (3&1) sowie den entscheidenden halben Punkt Tom Klapproth (all square) und Jan-Niklas Ludwig (all square) zum finalen 7:5.

„Wir sind gerade immer noch fassungslos“, sagt George Brewer zum Aufstieg. Brewer hatte in seinem Einzel nach vier Bahnen bereits mit drei Löchern zurückgelegen, weil sein Gegner Niklas Fleischhauer die Runde einfach mal mit vier Birdies begann. „Ich dachte mir: Wenn er 18 Birdies macht und gewinnt, dann hat er verdient gewonnen“, so Brewer. „Ich bin einfach ruhig geblieben.“ Mit Erfolg. Mit vier Lochgewinnen in Reihe drehte der Wiesbadener die Partie dann zu seinen Gunsten und gab die Führung nicht mehr aus der Hand.

„Wir wollten in ihre Köpfe und das hat geklappt“

Unterstützt wurden die Spieler des Golf-Club Main-Taunus beim Aufstiegsspiel im fernen Falkenstein von rund 40 Clubmitgliedern. „Ich denke, wir hatten jubeltechnisch die Nase vorne“, sagt Team-Kapitän Martin Stoll. Er hatte darauf gehofft, dass bei den nach Handicaps überlegenen Hannoveranern im Matchplay schnell Frust aufkommen könnte, wenn seine Spieler erfolgreich dagegenhalten. „Wir wollten in ihre Köpfe und das hat geklappt“, war Stolls Beobachtung. „Nach den Vierern wussten sie, das wird kein Spaziergang.“ Den Gegnern sei der Frust durchaus anzumerken gewesen, ihre PS im Lochspiel nicht auf die Straße zu bekommen.

Bewusst habe er die mental stärksten Spieler an den Schluss gestellt, erklärt Stoll. Und der Plan ging auf. Kenji Nakajima, George Brewer, Tom Klapproth und Jan-Niklas Ludwig hielten dem Druck stand. Als Klapproth seinen Zwei-Meter-Putt bergab zum Aufstieg versenkte, war der Jubel auf der 18. Bahn groß. Einige Spieler hatten das Geschehen von der Drive-Landezone aus beobachtet, wo die Bälle von Jan-Niklas Ludwig und Gegner Jasper Pippig bereits lagen. Als der Sieg des Golf-Club Main-Taunus feststand, schenkten sich Ludwig und Pippig kurzerhand gegenseitig ihren zweiten Schlag zum Eagle und besiegelten damit das offizielle Endergebnis.

Martin Stoll: „Wir sind jetzt die Wahnsinnigen“

„Wir sind jetzt die Wahnsinnigen“, sagt Kapitän Martin Stoll über den Aufstieg seiner Aufsteiger-Jungs. In vielen Erst- und Zweitliga-Clubs würden die Mannschaften von Mitgliedern kritisch gesehen. Kosten, Aufwand und Platzbeanspruchung stünden für einige Hobbygolfer in keinem Verhältnis zum Nutzen. „Wir haben über Jahre hinweg eine tolle Gemeinschaft zwischen Team und Clubmitgliedern etabliert und wissen, dass viele hinter uns stehen“, freut sich Stoll. Dass die Erste Bundesliga einige Ressourcen mehr fordert, weiß der Kapitän. Um kreative Lösungen zum Generieren von Spenden ist das Team jedoch nie verlegen gewesen.

George Brewer prophezeit: „Der Kern unserer Mannschaft wird ganz sicher zusammenbleiben, weil wir eine mega geile Truppe haben, die sich seit vielen Jahren kennt und wir einfach beste Freunde sind.“ Außerdem belohne sich das Team mit dem Erlebnis Erste Liga für die erfolgreiche Saison. Tolle Plätze stünden 2027 auf dem Programm: Falkenstein, Wannsee, Hubbelrath und Stolper Heide. Zu einem Aufeinandertreffen mit dem Bundesliga-Team des Frankfurter Golf Club wird es nicht kommen. Der FGC spielt in der Südgruppe. Die nächste Saison – erneut als Aufsteiger und Außenseiter – werde der Golf-Club Main-Taunus angehen wie diese, betont George Brewer. „Ganz entspannt.“

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