Die erste Medaille hat das deutsche Makkabi-Golfteam bereits sicher. In der Altersklasse „Grand Master“ (AK65) haben die jüdischen Sportler mit ihrem Team um Kapitän Leo Friedman hinter Israel und den USA Bronze gewonnen. Ein Auftakt nach Maß für die deutschen Golfer bei der 22. Makkabiade, die vom 30. Juni bis zum 14. Juli in Israel stattfindet – aus Kriegsgründen von 2025 auf dieses Jahr verlegt.
Leo Friedman durfte die deutsche Fahne ins Stadion tragen
Mehr als 8000 Sportler aus 55 Ländern messen sich bei den „Maccabiah Games“ in 45 verschiedenen Sportarten. Leo Friedman vom Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne durfte für die deutsche Delegation bei der Eröffnungszeremonie der Makkabiade sogar die Fahne ins Teddy-Kollek-Stadion tragen. „Manche mögen sich damit vielleicht nicht wohl fühlen, Schwarz-Rot-Gold in Israel zu zeigen, aber ich bin in Deutschland geboren und stolz darauf, mit diesen Farben Israel zu unterstützen“, sagt er.
Seit 49 Jahren engagiert sich Leo Friedman als Funktionär bei Makkabi Deutschland, seit mehr als 20 Jahren bereits als Kapitän, eine Art Golf-Bundestrainer. Aber er steht nicht nur am Rand, organisiert und stellt auf, sondern schwingt auch selbst die Schläger. Kürzlich ist er mit den Hofheimer AK65-Herren Hessenmeister geworden.
Maximilian Wojciechowski noch voll im Medaillenrennen

Bei der Makkabiade stand Friedman gemeinsam mit André Horovitz, Alex Landau und Robert Hickibotham nach drei Turnierrunden im Caesarea Golf Club auf Platz drei des Leaderboards. „Der Platz ist designt von Architekt Pete Dye und die Grüns sind irre schwer“, sagt er. „Wenn du den Ball nur anschaust, rollt er schon zehn Meter.“ Hoffnungen auf eine weitere Medaille hat Leo Friedman vor allem in der offenen Altersklasse der Männer. Dort liegt Bundesliga-Spieler Maximilian Wojciechowski vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee nach zwei von vier Runden auf dem geteilten fünften Rang – derzeit drei Schläge von einem Medaillenrang entfernt.
„Die Medaillen sind wichtig für uns, weil wir damit die Unterstützung rechtfertigen, die wir vom Bundesinnenministerium für unseren Sport bekommen“, sagt Leo Friedman. Am Mittwoch seien die deutschen Medaillengewinner – auch aus anderen Sportarten – beim deutschen Botschafter in Tel Aviv eingeladen.
Die Herausforderung für Leo Friedman und seine Amtskollegen bestand diesmal auch darin, genügend Athleten für die jüdischen Weltmeisterschaften zusammenzubekommen. „Manche haben aus Angst vor Krieg abgesagt“, berichtet Friedman. „Umso wichtiger ist es mir, mit unserer Teilnahme ein Zeichen zu setzen.“ 170 Athletinnen, Athleten und Offizielle zählen diesmal zur deutschen Delegation bei der Makkabiade. Einschränkungen, sagt Leo Friedman, gebe es nicht, in Tel Aviv seien alle Cafés geöffnet, überall könne man sich frei bewegen.
















