Für Malte von Blankenfeld ist es der erste Sieg als Profi: Mit Runden von 70 (-2) und 65 (-7) Schlägen gewinnt der 29-Jährige aus Frankfurt die Qualifying School der Pro Golf Tour (PGT) im Golfclub Fleesensee. Beeindruckend spielte der Deutsche Meister von 2020 besonders in der abschließenden zweiten Runde, in der es unentwegt regnete. Das erste von insgesamt neun Birdies gelang von Blankenfeld per Chip-in auf Bahn zwei. „Der Schlüssel für die gute Runde war mein gutes Putten, und dass ich keinen einzigen größeren Fehler gemacht habe“, sagt der gebürtige Rheinland-Pfälzer. Der Erfolg am Fleesensee kommt für ihn durchaus überraschend, wie er offen einräumt.
„Ich bin nicht bereit, zu sagen: Das war es jetzt“
„Dass ich in guter Form bin, wusste ich nicht“, sagt Malte von Blankenfeld. Seine dritte Saison als Profi auf der Alps Tour – dem südeuropäischen Äquivalent der PGT – beendete er nach zehn Turnieren auf einem für ihn enttäuschenden 96. Platz der Geldrangliste. „Dieses Jahr war das erste Jahr, in dem es für mich nicht nach vorne gegangen ist. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich nicht bereit bin, zu sagen: Das war es jetzt.“ Den Spätsommer nutzte er deshalb dafür, um mit Trainer Jan Pelz im Frankfurter Golf Club seine Technik umzustellen. „Im Laufe der Saison hat sich mein Griff immer mehr hin zu einem schwachen Griff entwickelt“, berichtet von Blankenfeld. „Das haben wir korrigiert, und anfangs habe ich mit dem umgestellten Griff erst einmal unzählige Bälle flach links ins Ballfangnetz der Driving Range geschlagen.“
Mitten in dieser Umstellungsphase bei der ersten Stufe der Qualifying School zur European Tour anzutreten, hätte aus Sicht des Frankfurters keinen Sinn ergeben. Insofern weine er der Chance zum Aufstieg in Europas höchste Spielklasse keine Träne nach. „Dann wäre es nicht möglich gewesen, die Umstellungen am Griff zu machen“, betont von Blankenfeld. Bei einem Start auf der Alps Tour Anfang September in Frankreich und bei der Q-School der Nordic Golf League in Dänemark habe er bereits Fortschritte feststellen können. „In Fleesensee habe ich dann wieder das Gefühl gehabt, dass ich weiß, wohin die Schläge gehen.“ Dass er bei widrigen Bedingungen sieben Schläge unter Par blieb, habe ihn dennoch überrascht.
Er spielt auch die Q-School der Alps Tour im November
Seinen ersten Profisieg will Malte von Blankenfeld selbst zwar nicht zu hoch hängen: „Die besten 50 Spieler der Pro Golf Tour haben ja nicht mitgespielt.“ Gleichwohl liefere der Erfolg ihm mehr als nur die Spielberechtigung für alle PGT-Events der kommenden Saison. Er könne nun deutlich entspannter zur Q-School der Alps Tour reisen, die Mitte November in Rom stattfindet – wissend, dass er bereits eine Tour sicher hat. Außerdem stärke der Sieg am Fleesensee seine Überzeugung, auch künftig ganz vorne mitzuspielen. „Mit diesem Gedanken möchte ich im nächsten Jahr in die Turniere gehen“, sagt von Blankenfeld.
In seinen drei Saisons als Tourspieler hat der Frankfurter eine gute Portion Frustrationstoleranz entwickelt. „Als Amateur war ich teilweise unerträglich, wenn es nicht lief“, sagt von Blankenfeld ganz selbstkritisch. „Darunter haben alle gelitten, mein Umfeld und letztlich auch ich selbst.“ Inzwischen sei er widerstandsfähiger, wenn mal wieder ein Ball nach dem anderen auslippt, wie in der Runde eins am Fleesensee. „Da wäre ich früher durchgedreht.“ Cool zu bleiben, hat sich gelohnt: Am Tag drauf spielte Malte von Blankenfeld die beste Runde der Q-School – nicht zuletzt mit dem nötigen Glück. „Ich kann inzwischen auch deutlich besser früh aufstehen als früher“, sagt er und lacht.
Auf Mallorca wird sich der Frankfurter voraussichtlich im Dezember und Januar auf die kommende Toursaison vorbereiten – genau wie auf diese Saison. Ob er dann auf der Pro Golf Tour oder der Alps Tour spielen wird, hat von Blankenfeld noch nicht entschieden.

















