Das Ehrenmitglied gibt sich die Ehre und viele Zuschauer wollen sich das nicht entgehen lassen. Am fünften und letzten Spieltag der DGL-Saison 2026 ist Alex Cejka zum zweiten Mal für das Herren-Team des Golf Club Hanau-Wilhelmsbad in der Regionalliga aktiv. Diesmal auf eigenem Platz. Und bis zu 50 Zuschauer, größtenteils Clubmitglieder, begleiten den British Senior Open Champion von 2023 bei seinem klassischen Vierer mit Florian Weyrauch über die Runde.
Cejka und Weyrauch im klassischen Vierer
Mitte Mai, am ersten DGL-Spieltag, war Alex Cejka überraschend für Hanau im Einzel angetreten und hatte mit einem Platzrekord im Golfclub Maria Bildhausen für Aufsehen gesorgt. Im Zusammenspiel mit seinem Freund und bereits vielfachen Caddie Florian Weyrauch fehlte diesmal allerdings das Glück. Schon zu Rundenbeginn, auf den ersten drei Löchern, liefen ihre Birdieputts jeweils knapp am Loch vorbei. Am Ende stand ein Ergebnis von 75 Schlägen (+4) – diesmal das Hanauer Streichergebnis. Moritz Hensel und Noah Bayer dagegen gelang im Vierer eine Runde von vier Schlägen unter Par.
Mit insgesamt 31 Schlägen über Par musste sich Hanau dem Team vom Stuttgarter Golf-Club Solitude (+5) deutlich geschlagen geben. Die Chancen auf den Klassenverbleib waren vor dem Saisonfinale ohnehin nur theoretischer Natur. „Spieltagszweiter zu werden, ist aus meiner Sicht ein versöhnliches Ende“, befand Hanaus Präsidentin Dorothea Christ, die Spieler Robert Pscheid als Caddie unterstützte. Hanau-Coach Johannes Osenberg meinte: „Niemand steigt gerne ab, aber für den Klassenverbleib in dieser starken Liga mit Stuttgart und St. Leon-Rot haben wir zu Saisonbeginn zu viel liegen gelassen.“
Für Alex Cejka geht es nach der DGL weiter nach Schottland
Im Einzel und Vierer anzutreten, wäre für Alex Cejka wohl zu viel des Guten gewesen. Seit Wochen laboriert der 55-Jährige an einer Verletzung am rechten Ellenbogen. „Ich habe die letzten vier Wochen sehr wenig gespielt“, ließ der langjährige PGA-Tour-Spieler noch vor dem ersten Abschlag auf Nachfrage wissen. Nach dem Zwischenstopp in Hanau geht es für den in Las Vegas lebenden Cejka weiter nach Schottland, wo in Gleneagles The Senior Open steigt. Ziel für den früheren Sieger in diesem Wettbewerb: Möglichst vorne mitspielen.

Mit seinem Auftritt in der alten Heimat beeindruckte Cejka nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Mitspieler. „Das ist für mich definitiv das beste DGL-Erlebnis“, schwärmte Matthias Wild vom Golfclub Rheintal, der mit seinem Vierer-Partner Mark Kuhrs gemeinsam mit Cejka und Weyrauch auf die Runde ging. „Wir haben uns extra darum bemüht, in einer Partie mit Alex Cejka gesetzt zu werden, nachdem in Maria Bildhausen ein anderer Spieler unseres Teams das Privileg hatte“, gestand Wild offen.
Cejka bewegt sein Golfbag selbst über den Platz
Sein Golfbag schob Cejka auf einem Trolley höchst selbst über den Platz, gerüstet mit Wasser und zwei Bananen sowie sichtbar mit dem Logo seines Lieblingsvereins Eintracht Frankfurt verziert. „Es ist für uns ein absolutes Highlight, dass Alex unser Team unterstützt“, freute sich Coach Johannes Osenberg. Ratschläge oder Schwungtipps erteile er dem Routinier natürlich nicht. Beeindruckt sei er von Cejkas unaufgeregten Art. Ohne jede Allüren füge sich der Olympiagolfer von 2016 und vielfache Major-Teilnehmer in das zu dieser Saison spürbar verjüngte Team ein, so Osenberg. „Er ist keiner, der von seinem früheren Ruhm lebt, sondern immer noch ein Topgolfer.“




Wenn Cejka nach Schottland reist, dann fliegt auch eine Urkunde mit, die ihm als Ehrenmitglied nun auch persönlich überreicht wurde. Dass der berühmteste Sohn des Clubs in der kommenden Saison – dann in der Oberliga – wieder für Hanau spielen wird, darauf hoffen sie gewiss nicht nur in Hanau, sondern auch bei den kommenden Gegnern.
















