StartArtikelWas macht das Frankfurter AK30-Team so stark?

Was macht das Frankfurter AK30-Team so stark?

Die Jungsenioren des Frankfurter Golf Club gewinnen im Finale gegen Berlin-Wannsee die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der AK 30. Für sie ist es der fünfte Titel in acht Jahren.

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Fünfter Stern für das AK-30-Team des Frankfurter Golf Clubs: Im Golf-Club Hamburg Wendlohe gewinnen die Jungsenioren um Kapitän Michael Fritschi zum fünften Mal binnen acht Jahren die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der AK 30. Im Finale besiegten die Frankfurter den Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee mit 3:2. Die Punkte für den FGC holten dabei Stefan Wiedergrün und Gunar Petersen jeweils im Einzel sowie Felix Banzhaf und Moritz Muhl im Klassischen Vierer. „Wir sind alle gut ausgebildet, spielen seit unserer Kindheit oder Jugend Golf und haben dem Sport immer einen hohen Stellenwert eingeräumt“, versucht Kapitän Michael Fritschi den erneuten Titelgewinn zu erklären. „Das hat sich in der AK 30 nicht geändert. Jeder von uns nimmt den Sport ernst und hat sich entsprechend auf das Event vorbereitet.“

Platz zwei nach der Zählspielqualifikation

Nach der Zählspielqualifikation über 18 Löcher lagen die Frankfurter hinter Finalgegner Wannsee auf Platz zwei. Im Viertelfinale wartete auf den FGC der Hamburger Golf-Club Falkenstein – und ein anderer Modus: Lochspiel über neun Bahnen. In vier Einzeln und einem klassischen Vierer setzte sich Frankfurt mit 3,5:1,5 durch. Das Halbfinale wurde dann deutlich spannender. Der Golfclub Am Reichswald führte bereits mit 2:1, bevor Michael Fritschi und Stefan Wiedergrün mit ihren Siegen die Partie noch drehten.

Nervosität vor dem Finale? „Nein, ich bin heute auf den ersten Abschlag gegangen mit dem Gefühl: Ich habe schon vier Sterne. Ich weiß, wie man gewinnt, ich weiß, was auf mich zukommt und ich habe keine Angst, zu verlieren, sondern die Gier zu gewinnen“, so Michael Fritschi. Lange Zeit führte der 40-Jährige in seinem Einzel gegen Constantin Meier, verlor letztlich aber denkbar knapp auf der 18. Bahn. „Unser großer Trumpf ist die enorme Kadertiefe“, so Stefan Wiedergrün, der genau wie Gunar Petersen alle drei Lochspiel-Partien an diesem Wochenende gewinnen konnte.

Stefan Wiedergrün: „Jeder will besser sein als der andere“

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Die Finalpartie zwischen Frankfurt und Berlin-Wannsee. Foto: DGV

Tatsächlich führt der bereits fünfte Deutsche Meistertitel der Frankfurter (2018, 2019, 2021, 2024 und 2026) zu der Frage: Was macht die AK 30 des FGC so stark? Zumal die Herren des Clubs seit der Einführung der Deutschen Golf Liga (DGL) zwar zweimal Deutscher Vizemeister geworden sind (2018 und 2026), aber noch nie ganz oben standen. Warum dominiert Frankfurt, sobald beim Alter eine Drei oder Vier vorne steht? „Eine unserer Stärken als Team ist es, dass wir uns alle seit vielen Jahren kennen“, ist Michael Fritschi überzeugt. Jeder wisse, wie die anderen ticken und wie man am besten miteinander umgeht. „Im positiven Sinne will bei uns jeder besser sein als der andere“, findet Stefan Wiedergrün.

Er, Michael Fritschi, Moritz Muhl und Felix Banzhaf sind die großen Konstanten im FGC-Team; die vier waren bei allen fünf Deutschen Meistertiteln dabei. Für Gunar Petersen war es der dritte Erfolg. Erstmals bei der DMM der AK 30 dabei war in diesem Jahr Ben Bradley, der wie Petersen und Wiedergrün in dieser Saison zum festen Aufgebot der Frankfurter DGL-Mannschaft zählt. „So schwer wie in diesem Jahr war es noch nie, den Acht-Mann-Kader für die DMM zu nominieren“, verrät Kapitän Fritschi. Er habe die Qual der Wahl gehabt zwischen vielen guten Spielern, die unbedingt dabei sein wollten und entsprechend hart dafür gearbeitet hätten. „Bei uns reicht es nicht, alle drei Wochen mal ein paar Bälle zu hauen“, so Fritschi, der seine Entscheidungen auf Basis von Trainings- und Turnierleistungen traf.

Fritschi ist seit 2025 Kapitän des Frankfurter AK-30-Teams

Der langjährige Frankfurter DGL-Spieler übernahm das Kapitänsamt des AK-30-Teams im vergangenen Jahr. Bei Fritschis Premiere landeten die Frankfurter noch auf Rang fünf – ein Jahr später nun der Sieg. „Ich bin froh, dass ich nach Pat O’Neil und Jacky Jedlicky auch als Kapitän gewonnen habe, obwohl ich mich in erster Linie immer noch als Spieler sehe“, betont Fritschi.

Dass der Lochspiel-Modus ab dem Viertelfinale eine Erklärung für die Frankfurter Titel sein könnte, glaubt der Kapitän nicht: „Ich lehne mich so weit aus dem Fenster zu behaupten, dass wir bestimmt nicht weniger Titel hätten, wenn das Turnier wie vor Corona allein im Zählspielmodus ausgetragen würde.“

Taktische Raffinesse bei der Lochspiel-Aufstellung

Wobei Fritschi sich durchaus einer taktischen Raffinesse bediente: Um auf das Aufgebot des Gegners reagieren zu können, meldete er in den Lochspiel-Partien Ben Bradley und Stefan Wiedergrün jeweils zunächst als Ersatzspieler. Sobald die gegnerische Aufstellung vorlag, wechselte er seine beiden Leistungsträger zielgerichtet ein – mit sichtlichem Erfolg.

„Ich bin jetzt fix und fertig“, sagte Stefan Wiedergrün auf der Rückfahrt Richtung Frankfurt. „Nach einer langen Saison, die im März angefangen hat, war das noch einmal ein anstrengendes Wochenende.“ Für den 42-Jährigen ist es zugleich der zehnte Deutsche Meistertitel seiner Amateurkarriere. In der Jugend war Wiedergrün zweimal mit den Teams des Stuttgarter Golf-Club Solitude erfolgreich. Zudem konnte er bereits dreimal die Deutsche Meisterschaft der AK 30 im Einzel gewinnen. Auch im kommenden Jahr wird mit ihm und dem Frankfurter Team zu rechnen sein. 

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