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Timo Boll: Biathlon zum Clubgeburtstag

Tischtennisstar Timo Boll spielt im Golfclub Odenwald mit Mitgliedern und Gästen Tischtennis und Golf. Der Boll-Biathlon ist ein Geburtstagsgeschenk an seinen Club.

Timo Boll Golf
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In Tischtenniskleidung und mit einem Golfbag über der Schulter erscheint Timo Boll am Sonntag im Golfclub Odenwald. „Der Tischtennisschläger ist hier im Ballfach“, sagt der Weltstar und deutet auf seine Golftasche. Viele Mitglieder und Gäste sind an diesem Nachmittag ins Brombachtal gekommen, um Timo Boll ganz nah zu erleben, an der Tischtennisplatte und auf dem Golfplatz – als Zuschauer, Gegner oder Mitspieler. „Golf meets Tischtennis“ ist das Motto. Seit 2004 ist Boll Mitglied im Golfclub Odenwald. „Ich möchte etwas zurückgeben“, sagt der 45-Jährige über die Veranstaltung, die sich an diesem Nachmittag ganz um ihn und seine zwei liebsten Sportarten dreht. Offiziell feiert der Golfclub Odenwald zwar erst am 1. August sein 40-jähriges Bestehen, aber mit seinem ganz persönlichen Biathlon macht Timo Boll dem Club schon vorab ein unbezahlbares Geburtstagsgeschenk.

Tischtennisplatte im Odenwälder Clubhaus

Bjarne und Uli Riethmüller sind sogar aus Idstein gekommen, um Deutschlands erfolgreichsten Tischtennisspieler zu treffen. Sohn Bjarne ist Golfer, Vater Uli Tischtennisspieler und ehemaliger Pilot. „Uli hat mich das ein oder andere Mal auf meinen Langstreckenflügen im Cockpit mitfliegen lassen“, freut sich Timo Boll über das unerwartete Wiedersehen auf dem Golfplatz. Auf dem Rasen neben dem Clubhaus steht eine Grillstation, ein Bierwagen und ein Zelt für eine Autogrammstunde. Aber erstmal zum Sport.

Das Organisationsteam um Kai Rohwedder und Gernot Cüppers hat im Odenwälder Clubhaus eine Tischtennisplatte aufgestellt. Dort dürfen Mutige sich gegen Timo Boll versuchen. Mit dabei ist auch Tischtennisbundestrainer Jörg Roßkopf – ebenfalls Mitglied des Golfclubs. Drei bis fünf Minuten widmet die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste jedem Gegner. Boll passt sich allen an, vom kleinen Kind bis zum ambitionierten Vereinsspieler. Die Zuschauer lachen, raunen und bejubeln besonders gelungene Ballwechsel. Jörg Roßkopf gibt Techniktipps und springt auch als Spieler ein, als Timo Boll irgendwann ins Schwitzen kommt.

„Er hat mich vor zwei Wochen ganz schön abgezogen“

Odenwalds Jugendclubmeister Philipp Brystonnis macht auch an der Tischtennisplatte eine super Figur und punktet mit seinen Schmetterbällen sogar mehrfach. „Er hat mich vor zwei Wochen im Golf ganz schön abgezogen“, berichtet Boll während des Ballwechsels. Die beiden hatten sich auf dem Platz getroffen und kurzerhand gemeinsam gespielt. Bolls nahbare, unprätentiöse Art ist sicher – neben allem Sportlichen – ein Grund, warum der Odenwälder in seiner Karriere immer Publikumsliebling war.

„Seit meinem Rücktritt im letzten Sommer ist Golf meine Sportart Nummer eins“, erzählt er. Dafür hat nach dem Karriereende auch deutlich mehr Zeit. Sein Ziel ist ambitioniert: ein einstelliges Handicap. Weit davon entfernt ist er nicht. Aktuell liegt er bei 16. Zu Hause in Höchst hat er sogar einen Golfsimulator. „Die Drehbewegung vom Tischtennis und das Ballgefühl helfen mir beim Golf natürlich, aber ich bin leider ganz schlecht im Putten“, bedauert Boll.

Nach fast einer Stunde an der Tischtennisplatte geht er mit Jana Hiemenz, Sven Quaiser und Constantin Schwöbel auf den Golfplatz, begleitet von anderen Mitgliedern und vor allem auch Gästen. Denn das Ziel dieses Tages ist es, gerade den Noch-nicht-Golfern den Sport näherzubringen. Wie viele andere Golfclubs haben die Odenwälder in der jüngeren Vergangenheit die Mitgliedsbeiträge anheben müssen und darüber auch Mitglieder verloren. Interessenten sind daher hochwillkommen. Kai Rohwedder moderiert und erklärt, wie so eine Golfrunde abläuft, vermittelt Etikette-Wissen und bewertet Schläge und Lagen. Zwei Par-4-Bahnen werden gespielt.

Beim Golf ist Timo Boll Rechtshänder

„Das ist, glaube ich, seit Ewigkeiten das beste 5er-Holz gewesen, das ich geschlagen habe“, quittiert Timo Boll seinen ersten Golfschlag des Tages. Mit dem anschließenden 54er-Wedge trifft er das Grün, braucht dann aber drei Putts. Er hatte es vorher angedeutet. Interessanterweise spielt Boll Tischtennis mit Links, aber Golf wie ein Rechtshänder. „Das fühlt sich für mich einfach richtiger an“, sagt er. Beim zweiten Abschlag – diesmal mit dem Driver – trifft er den Ball satt. Dass dieser links im Rough landet, macht Boll mit seinem Pitching-Wedge vergessen: aus 129 Metern trifft er auch das zweite Grün. Den erneuten Drei-Putt nimmt er mit Humor und strahlt sogar beim abschließenden Shakehands mit seinen drei Mitspielern.

Bevor für Timo Boll der zweite Durchgang aus Tischtennis und Golf beginnt, gibt es Autogramme. Er signiert Golfbälle, Autogrammkarten, Tischtennisschläger, hat dabei für jeden ein offenes Ohr und erfüllt auch alle Fotowünsche. Ein Wunsch, den er sich selbst mal gerne erfüllen würde, wäre eine Runde auf einem echten Linksplatz in Großbritannien oder Irland. Mit Rory McIlroy habe er schon mal eine Bahn gespielt und mit Justin Rose in China sogar eine ganze Runde. „Ein totaler Sympathieträger“, sagt Boll. Sicher wird der Olympiasieger und Ryder-Cup-Held Rose über Boll dasselbe sagen.

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